Unterbezirksvorsitzender Oliver Lottke freute sich mit Innenministerin Daniela Behrens eine bekennende Europäerin als Rednerin vor Ort zu haben    Fotos: tw

LANDKREIS tw ∙ Zum Glück hat der SPD-Unterbezirk Cuxhaven immer eine Geheimwaffe in der Hinterhand, sollten von ihr geladene Gäste einmal verhindert sein. So auch am Freitag letzter Woche, als bei der Kreismitgliederversammlung im Aeronauticum eigentlich die Wremerin Kirsti Elle, Spitzenkandidatin des SPD-Bezirks Nord-Niedersachsen für die Europawahl am 9. Juni, und Wiebke Osigus, niedersächsische Minis­terin für Europaangelegenheiten, ein Plädoyer für Europa halten wollten und dann wegen Krankheit bzw. kurzfristig anderer Verpflichtungen absagen mussten.

Doch mit Innenminis­terin Daniela Behrens konnte der Unterbezirksvorsitzende Oliver Lottke eine ebenso engagierte Verfechterin Europas präsentieren. Auch der Vorsitzende des SPD-Bezirks Nord-Niedersachsen, Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, hatte sich darauf eingestellt, in Ruhe den Worten der Gäs­te zu lauschen und war dann ebenso bereit seine Ansichten zu Europa kundzutun. Mit Kirsti Elle habe der SPD-Bezirk eine junge Frau an der Spitze, die die Zukunft mitgestalten wolle, betonte er. „Es gibt kein wichtigeres Ziel als den Frieden in der Gesellschaft zu sichern, als die Demokratie zu sichern“, ist er sich mit Kirsti Elle einig. Doch auch die Klimapolitik sehe Elle als einen wichtigen Baustein. Denn um den Klimawandel etwas entgegenzusetzten, brauche es ein Europa, das mitmacht, brachte Santjer den Mitgliedern Elles Standpunkte näher.
Als Pluspunkte zählte Santjer zudem auf: Das Sichern von Arbeitsplätzen, Gestalten des sozialen Miteinanders und „die persönliche Freiheit, die Europa uns gibt“.

Mit den Worten „Wenn ich an Europa denke, wird mir warm ums Herz“, eröffnete Behrens ihre Rede. Und zählte ebenso die bereits erwähnten Pluspunkte auf. Sie warnte aber auch davor, dass alles als zu selbstverständlich anzusehen, „denn Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich“. Die EU sei ein Versöhnungsprojekt. Durch das miteinander vernetzen, sei es gelungen, „dass wir uns nicht mehr bekriegen“. Doch Behrens sieht die Demokratie unter Druck, werde sie doch auch von innen heraus immer wieder angegriffen. Sie warnte deshalb auch vor populistischen Parteien wie der AfD, „die zerstören wollen, was wir nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut haben“. „Wir haben eine Normalität erreicht, die nicht mehr normal ist, wenn wir falsch wählen“, fügte sie hinzu. Sie rief deshalb zum Abschluss dazu auf, am 9. Juni die Stimme für ein gutes Europa abzugeben und „denen, die Eu­ropa abwickeln wollen, ein deutliches Stoppschild zu zeigen“.
In diesem Sinne betonte auch Landrat Thorsten Krüger, „dass Wohlstand und Demokratie von jeder Generation wieder neu erkämpft werden muss“.