Das Tiefsehrohr verdeutlicht es: Deutlich eingeschränkt ist der Blickwinkel eines Kindes, vor allem wenn auch noch ein Straßenschild die Sicht versperrt Foto: Dede
STADE re ∙ Der Name ist Programm: Mit dem Tiefsehrohr wechseln Erwachsene die Perspektive – und sehen ihre Umgebung wie ein Kind. Das Tiefsehrohr macht deutlich, welche Herausforderungen Mädchen und Jungen täglich im Straßenverkehr meistern müssen. Genau deshalb hat das Amt Straßenverkehr des Landkreises Stade drei dieser Geräte angeschafft.
Das Tiefsehrohr verlagert die eigene Sichtachse nach unten, schränkt zugleich das Blickfeld ein und ermöglicht es Erwachsenen, die Umgebung aus der Perspektive eines Kindes wahrzunehmen. Straßenquerungen, die zuvor problemlos einsehbar waren, wirken plötzlich unübersichtlich und herausfordernd – weil es etwa nicht mehr möglich ist, über parkende Pkw hinwegzusehen oder weil Verkehrszeichen die Sicht versperren.
Ziel ist es, die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und zugleich das Verständnis Erwachsener für deren besondere Wahrnehmung zu stärken. Das Tiefsehrohr zeigt außerdem, wie schwierig selbst die Orientierung in einer Menschenmenge aus dem Blickwinkel eines Kindes sein kann, erklärt Arne Kramer, Leiter des Amtes Straßenverkehr: „Der Perspektivwechsel ist überraschend und zugleich ein klarer Auftrag an uns, damit sich Kinder sicher im öffentlichen Raum bewegen können.“
Der für Verkehrssicherheit zuständige Abteilungsleiter Hendrik Lunden ergänzt: „Mit dem Tiefsehrohr lassen sich herausfordernde Situationen im Straßenverkehr schnell erkennen und anschließend Lösungen entwickeln, die zu einer kinderfreundlicheren Verkehrsführung und zu mehr Verkehrssicherheit beitragen.“ Insbesondere in Planungsprozessen und bei der Entwicklung neuer Mobilitätsangebote schafft das Tiefsehrohr wertvolle Einblicke.