„Ja, ich nehme die Wahl an.“ Mit 94 Prozent wurde Enak Ferlemann (r.) erneut zum CDU-Kreisvorsitzenden gewählt. Im Anschluss an die Wahl des Kreisvorstands, sprachen sich die Delegierten dann einstimmig für Ferlemann als Spitzenkandidaten für die Kreistagswahl am 13. September aus. Zu den Gratulanten gehörten Oberbürgermeisterkandidat Thomas Brunken (l.) und Thiemo Röhler, Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Cuxhaven und Kreistagsabgeordneter Foto: tw


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„Vor Ort kriegen wir mit, ob die Politik läuft oder nicht“, sagte Lüding­worths Bürgermeis­ter Thomas Brunken beim CDU-Kreis­parteitag am Freitagabend im Saal von „Janssen‘s Tanzpalast“. Damit wies er auch auf die Wichtigkeit der Kommunalpolitik hin.

Darauf ging ebenfalls der Kreisvorsitzende Enak Ferlemann ein, der die Bedeutung des CDU-Kreisverbands Cuxhaven für die Region hervorhob. Nicht nur als stärkste Fraktion im Kreistag, sondern auch als mitgliederstärks­ter christdemokratischer Kreisverband im Land Niedersachsen, der in allen Gremien vertreten sei. „Ideen, die wir im Kreisverband entwickeln, können wir so in die Gremien tragen“, betonte er und hob hervor, dass der Kreisverband mit David McAllister, Christoph Frauenpreiß und Claus Seebeck in allen Parlamenten – EU, Bundestag und Landtag – vertreten sei, drei Abgeordnete, die „exzellente Arbeit leisten, einen guten Ruf haben und eine Menge bewegen“.

Für ihn ein Zeichen, dass die CDU „so eine Menge erreichen kann“. Auch vor dem Hintergrund, das Kommunalpolitik nicht im luftleeren Raum stattfände, sondern von Themen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene beeinflusst werde.

Trotz allem habe der Landkreis etwas geschafft, was kein zweiter Wahlkreis hinbekommen habe: „Es ist uns gelungen, in zwei Wahlperioden die AFD-Fraktion quasi zu zersprengen.“ Das sei nur durch das zusammenstehen der breiten bürgerlichen Mitte möglich gewesen. „Wir sind nicht übereinander hergefallen“, und bezog sich dabei auf das Verhältnis von CDU, SPD, Grünen und FDP. „Wir haben Probleme angesprochen, Lösungen aufgezeigt und sind zu vernünftigen Ergebnissen gekommen.“

Das sei nicht immer einfach, gehöre dazu doch auch – für alle Seiten – auch mal zuzustimmen, wenn man nicht 100-prozentig einverstanden sei. „Das schafft Vertrauen untereinander und in der Bevölkerung.“ Das heiße nicht, Unterschiede zu verschweigen oder dass es untereinander in der Diskussion um Themen nicht mal lauter werden könne. „Aber immer als faire Partner.“

Ein Miteinander, dass er auch als „Blaupause für Berlin“ sieht. „Wenn die Kollegen dort so weitermachen, versagt die politische Mitte und stärkt die Extreme.“ Das gelte es zu verhindern und aus der Geschichte Konsequenzen zu ziehen, damit „der braune Sumpf in Deutschland nicht wieder in Regierungsverantwortung kommt“.

Trotz der schwierigen Haushaltslage sieht Ferlemann den Landkreis Cuxhaven auf einem guten Weg. Sparsame Haushaltsführung und Investitionen hätten sich ausgezahlt; Und er hob zum Abschluss seiner Rede hervor: „Im Landkreis lässt sich gut leben.“

Auch Dr. Denis Ugurcu, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, betonte, wie wichtig es sei, „sich von Verantwortung leiten zu lassen, und nicht das lauteste, sondern das richtige zu tun“. Als Grundsätze der Kreis-CDU hob er erstens die Freiheit hervor, die auch beinhalte sich frei zu entfalten, zweitens eine soziale Marktwirtschaft, die nur mit und nicht gegen die Menschen gelingen könne, drittens Sicherheit vor allem in Bezug auf die internationalen Krisenlagen und den Küs­tenschutz sowie viertens die Bildung, die nicht nur Schlüssel zum Aufstieg, sondern auch für Freiheit sei.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen sprachen sich 94 Prozent der Delegierten für Enak Ferlemann aus, zu seinen Stellvertretern wurden Saskia Brandt, Christoph Frauenpreiß, Julia Grebe und Lasse Weritz gewählt, sowie zum Schatzmeister JörgAndreas Sagemühl, als Schriftführerin Ann-Katrin Lafrenz, zum Mitgliederbeauftragten Matthias Keck und zum Digitalbeauftragten Lars Birner.

Da der Kreisparteitag auch im Zeichen der kommenden Kommunalwahl stand, wurde ebenfalls der Spitzenkandidat für die Kreistagswahl bestimmt. Und der Kreisvorstand legte das, laut Denis Ugurcu, „politische Schwergewicht und größte Ass, das wir in der Kreis-CDU haben“, in die Waagschale – Enak Ferlemann. Ein Kandidat für den er keine große Überzeugungsarbeit leisten musste, standen die Mitglieder doch geschlossen hinter diesem Vorschlag.