Max Czollek Foto: Ivanisevic
CUXHAVEN re ∙ Wie kann eine neue, plurale Erinnerungskultur aussehen? Und wie können wir echtes, kritisches Gedenken fördern? Am Mittwoch, 27. Mai, lädt der Landkreis Cuxhaven, mit Unterstützung der Stadt Cuxhaven, um 18.30 Uhr zu einer Lesung mit Gespräch über diese und weitere Fragen ins Schloss Ritzebüttel ein.
Der renommierte Autor und Politikwissenschaftler Max Czollek verhandelt in „Alles auf Anfang“ grundlegende Aspekte des Kulturverständnisses in Deutschland und hinterfragt eingefahrene Perspektiven auf Gedenkkultur. Mit scharfem Blick und literarischer Klarheit plädiert Czollek für einen Neuanfang im Denken – kritisch, reflektiert und überraschend zugänglich. Eine Lesung, die zum Mitdenken und Mitdiskutieren anregt.
Der Abend wird moderiert von Friedhelm Ottens, Erster Kreisrat des Landkreises Cuxhaven. Die Veranstaltung dauert etwa 90 Minuten. Anschließend gibt es die Möglichkeit, die Gespräche bei einem Getränk in geselliger Runde fortzuführen.
Über das Buch: Deutschland versteht sich als Erinnerungs- und Aufarbeitungsweltmeister. Aber wie kommt es dann, dass „Nie wieder ist jetzt“ zu einer Phrase verkommt? Max Czollek und Hadija Haruna-Oelker meinen, dass das auch an einer gescheiterten deutschen Erinnerungskultur liegt. In ihrem Buch „Alles auf Anfang“ denken sie über eine neue Praxis nach, die die Gegenwart so einrichtet, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt. Eine scharfsinnige und streitbare Analyse zum gesellschaftlichen Rechtsruck von zwei wichtigen intellektuellen Stimmen unserer Gegenwart. Ein Buch voller Witz, Trauer, Widerstand und mit der Energie, alles auf Anfang zu setzen.
Max Czollek, geboren 1987 in Berlin, lebt ebenda. Studium Politikwissenschaften, FU Berlin sowie Promotion am Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin. Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber des Magazins „Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart“. Gemeinsam mit Sasha Marianna Salzmann Initiator von „Desintegration. Ein Kongress zeitgenössischer jüdischer Positionen“ (2016), der „Radikalen Jüdischen Kulturtage“ (2017) am „Maxim Gorki Theater“ Berlin, Studio R sowie der internationalen „Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur“ 2020.
Außerdem ist er zusammen mit Hadija Haruna-Oelker Host des Erinnerungspodcasts „Trauer & Turnschuh“. Das Essay „Desintegriert Euch!“ erschien 2018, „Gegenwartsbewältigung“ 2020, „Versöhnungstheater“ 2023. Die Gedichtbände „Druckkammern“ (2012) und „Jubeljahre“ (2015), „Grenzwerte“ (2019) sowie „Gute Enden“ (2024) erscheinen im Verlagshaus Berlin. Über die sozialen Medien und Literatur nimmt Max Czollek aktiv an gesellschaftlichen Debatten über jüdische Gegenwart, Erinnerungskultur und Rassismus teil und prägt diese maßgeblich.