Die Otter sind das Sinnbild von Otterndorf und da lag die Frage, wer das Maskottchen werden soll, nicht fern – Elbi, ein kleiner Stoff-Otter, den Superintendentin Kerstin Tiemann zusammen mit Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit präsentierte. Elbis blaue Pfoten finden sich zum Teil schon auf Gehwegen – und bis zum Elbekirchentag, der vom 19. bis 21. Juni stattfindet, werden noch mehr zu finden sein Foto: tw
OTTERNDORF tw ∙ Fast jeder hat schon einmal vom evangelischen Kirchentag gehört, der im letzten Jahr in Hannover stattfand, aber der Elbekirchentag – da musste selbst Superintendentin Kerstin Tiemann erstmal passen. „Als ich vor zwei Jahren einen Anruf aus Pirna bekam, ob Otterndorf den Elbekirchentag 2026 in Otterndorf ausrichten will, fiel ich aus allen Wolken, weil ich noch nie davon gehört habe“, sagte sie am Dienstag bei einem Pressegespräch in der Superintendentur. Und ihre erste Reaktion, als sie hörte um was es ging, „war euphorisch“. Eine Euphorie, die dann ein bisschen gedämpft wurde, „denn wir hatten eine Welle von Vakanzen“. Dass hieß damals: neun unbesetzte Pfarr- und Diakoniestellen. Wo die „Manpower“ hernehmen, fragte sie sich. Doch als sie dem Kirchenkreisvorstand davon erzählte, sah dieser die tolle Chance, die sich mit dem Tag bietet. „Das ist eine schöne Veranstaltung für uns, durch die auch wir Stärkung erfahren“, hieß es von deren Seite. „Und ich bin sehr dankbar, dass der Kirchenkreisvorstand damals mutig ‚Ja‘ gesagt hat.“ Ein Dank, der auch all denen gilt, die tatkräftig mitgeholfen haben. „Inzwischen ist aus der Idee eine lebendige Bewegung geworden.“
Abwechslungsreiches Programm
Viele Menschen, die ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt haben, „dass für alle Sinne, die Seele, Kopf und Herz etwas bietet“, wie Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln, betont. Und auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, findet der Elbekirchentag über das ganze Wochenende, 19. bis 21. Juni, statt und bietet zwischen Altstadt, Deich und Elbe ein abwechslungsreiches Programm, mit dem Hauptveranstaltungstag am Samstag. Die Schirmherrschaft für das Event hat der Europaabgeordnete David McAllister (CDU) übernommen.
Zum ersten Mal fand der Elbekirchentag 2008 in Coswig statt, entstanden aus dem Wunsch, die geistliche und kulturelle Verbundenheit der Kirchen entlang der Elbe sichtbar zu machen. Ein Tag, „der sich ereignet“, so Tiemann. Und das alle zwei Jahre, die Elbe auf und ab. „Immer sehr individuell ausgerichtet mit Ressourcen und Setting vor Ort“, so die Superintendentin. Und nach Pirna jetzt also in Otterndorf, unter dem Motto „Mee(h)r Blau-Töne“, dass gleich mehrere Anliegen miteinander verbindet. Am Ort, wo die Elbe ins Meer münde, stehe das Motto für Bewegung und Verbindung, stehe für die Bewahrung der Schöpfung, Spiritualität, Nachhaltigkeit und mehr Vielfalt, so Tiemann. Ansätze, die sich auch in den verschiedenen Themenschwerpunkten widerspiegeln.
Die Eröffnung findet am Freitag, 19. Juni, um 19.30 Uhr auf der Seebühne mit einem „Warmup-Konzert“ mit der Band „Thursday-Evening“ statt, gefolgt um 21 Uhr von der Eröffnungsandacht und der Übergabe des Elbe-Wasser-Kreuzes mit Superintendentin Kerstin Tiemann und Grußworten von Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer und Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen. Der Abend schließt ab 21.45 Uhr mit einer Abendserenade mit Posaunenchören am Elbdeich und einem gemütlichen Beisammensein.
Am Samstag gibt es verschiedene Schwerpunkte: Auf der Seebühne erwartet die Besucher ab 11 Uhr die Politikbühne, mit verschiedenen Podiumsgesprächen und Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Zwischendurch musikalisch begleitet durch Chöre der Region.
Glaube und Spiritualität stehen ab 11 Uhr in den Seelandhallen im Mittelpunkt – als Raum zum Innehalten, mit Musik, Gesprächen, Meditation, Gebet und persönlichen Segensmomenten.
Auf der Diakoniebühne auf dem Marktplatz bei der St. Severi-Kirche geht es ebenfalls ab 11 Uhr um soziales Engagement und Nächstenliebe, um soziale Themen und gelebte Unterstützung im Alltag.
Im Gemeindehaus steht von 12 bis 16 Uhr die 30-jährige Partnerschaft mit Sloka (Lettland) im Fokus.
Am Großen Specken gibt es von 11 bis 18 Uhr ein abwechslungsreiches Programm mit Spaß und Action, vor allem für Kinder und Familien. Abenteuer für Groß und Klein lassen sich aber auch mit Mitmachaktionen, Spielen und kreativen Angeboten über das ganze Veranstaltungsgebiet verteilt finden.
Zudem gibt es eine Wattwanderung um 12 Uhr, Treffpunkt an der Seebühne, und beim „Ewigkite“, ebenfalls an der Seebühne, steht von 11 bis 17 Uhr das Kitesurfen im Mittelpunkt.
Seinen Abschluss findet der Tag ab 18 Uhr mit der „Blauen Tafel“ in der Altstadt – wie man es von einem „White Dinner“ kennt -, die sich von der Kirche bis zum Historischen Rathaus zieht, bei der Landesbischof Ralf Meister die Tischrede und das Tischgebet halten wird.
Ein Gemeinschaft stiftendes Wochenende
„Aus der Tiefe leben – mit Hoffnung in die Weite gehen“ heißt es dann am Sonntag beim Abschlussgottesdienst um 10.30 Uhr in der St. Severi-Kirche, dem zentralen Festgottesdienst mit Regionalbischöfin Sabine Preuschoff und Superintendentin Kerstin Tiemann, begleitet von Blasmusik aus verschiedenen Ensembles, Musik der Band „Lighthouse“ sowie vom Projektchor des Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln.
„Ein Gemeinschaft stiftendes Wochenende, wo wir mit Freude Kirche erleben und etwas vom Motto ‚Mee(h)r Blautöne‘ in unser Leben lassen können“, freut sich die Superintendentin.
Jetzt hoffen alle Beteiligten vor allem auf strahlenden Sonnenschein. „Ich habe schon nach ganz oben gesagt, dass wir gerne ein Wetter wie zu Pfingsten hätten“, so Tiemann schmunzelnd.
Weitere Informationen und das vollständige Programm gibt es unter www.kk-ch.de/elbekirchentag-2026.