Karin Lüdke (3.v.l.) mit den diesjährigen Preisträgern Aaron Korella, Jörn Regorius, Vasileios Fantidis, Femke Osterndorf und Lara Leonie Marsell (v.l.)  Foto: tw

CUXHAVEN tw ∙ Diatomeen, Vitamin C und Corona sowie ein Bewässerungsautomat – das sind kurzgefasst die Themen, mit denen sich die Facharbeiten der diesjährigen Preisträger des Schülerpreises der GGH-Stiftung – benannt nach dem Gründer Gustav G. Hebold – beschäftigen. Zum 23. Mal wurden die drei besten mathematisch-naturwissenschaftlichen Facharbeiten an den drei Cuxhavener Gymnasien mit jeweils 300 Euro ausgezeichnet, bei denen es auch darum geht, eine selbstständige Arbeit nach wissenschaftlichen Kriterien zu erstellen, wie Karin Lüdke, Vorsitzende der Stiftung, bei der Preisverleihung am Dienstag im Lichtenberg-Gymnasium deutlich machte.

GGH-Preis hat nichts an Aktualität eingebüßt

Das erste Mal im Jahr 2002 vergeben, um ein Schlaglicht auf die sogenannten MINT-Fächer zu legen, die auf wenig Anreiz stießen, hat der Preis bis heute seine Aktualität nicht eingebüßt. Vor allem Mädchen stehen den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern oft noch skeptisch gegenüber, was Karin Lüdke auch mit Zahlen unterlegte. Nur rund 16 Prozent der jungen Frauen streben an, ein MINT-Fach zu studieren.
Dabei seien es gerade diese Fächer, die das Wissen vermitteln die Probleme der heutigen Zeit mit Umwelt und Technik anzugehen und Lösungen zu finden, so Lüdke.
Lara Leonie Marsell gehört zu den jungen Frauen, die sich mit Begeisterung dem Bereich Naturwissenschaften widmet. Sie hat sich in ihrer Arbeit am Amandus Abendroth Gymnasium (AAG) mit der Frage „Diatomeen im Wattenmeer – Überleben in einem hochvariablen Lebensraum durch Veränderung der Artenzusammensetzung?“ auseinander gesetzt. Kleinstlebewesen, die in großer Artenvielfalt in jedem Gewässer vorkommen. Für ihre Arbeit hat sie aus dem Nordseewasser vor Cuxhaven Kieselalgen gefischt und sie im Labor unterschiedlichen Temperaturen, Lichtverhältnissen und Salzgehalten des Wassers ausgesetzt, um unter anderem ihren Überlebenszustand und die Reproduktionsfähigkeit zu untersuchen. Zudem hat „ihr Forschungseifer am AAG die außergewöhnliche Gelegenheit verschafft, eine Woche lang mit Wissenschaftlern auf dem Laborsegler ‚Aldebaran‘ der Deutschen Meeresstiftung mitzufahren und weitere Untersuchungen der Algen an Bord vorzunehmen“, so Lüdke. Und Lara Leonie Marsell möchte auch ihre Zukunft dem Bereich Bio­technologie und Marine Ressourcen widmen.

Mit dem Thema „Wirksamkeit von Vitamin C zur Behandlung und Prophylaxe bei Covid-19“ beschäftigte sich Femke Osterndorf in ihrer Arbeit am Lichtenberg-Gymnasium. (LiG). Hierfür hat sie viele, auch englischsprachige Studien und wissenschaftliche Berichte gelesen und – ebenso wie Tabellen – ausgewertet, um aufzuzeigen wie nützlich eine vorbeugende Einnahme sein könnte. Sie schildert in ihrer Arbeit wie Vitamin C wirkt und das es zu einer Reduzierung bei der maschinellen Beatmung der Lunge und zu kürzeren Krankenhausaufenthalten der Patienten führen kann. Sie zeigte aber auch auf, dass das Thema Vitamin C bei Corona in der Wissenschaft noch kontrovers diskutiert wird und die weltweiten Beobachtungen noch nicht ausreichend belegt sind, sich aber doch vorsichtige Therapiehoffnungen abzeichnen, falls es wieder zu einer Pandemie kommen sollte.

Bau einer automatischen Bewässerung für Pflanzen

Von ganz praktischem Nutzen ist die Arbeit von Vasileios Fantidis, Aaron Korella und Jörn Regorius, die sich an der BBS Cuxhaven – Berufliches Gymnasium Technik mit dem „Bau einer automatischen Bewässerung für Pflanzen“ beschäftigt haben. Mit ihrer Anlage können Pflanzen automatisch bewässert werden, wenn die ermittelte Trockenheit oder Feuchtigkeit der Erde einen entsprechenden Impuls gibt. Dabei mussten sie nicht nur die Anlage detailliert planen und mit Feuchtigkeitsmessern, Pumpmotoren, Schläuchen und den dazugehörigen Steuerungsbefehlen anfertigen, sie mussten sich auch den Anforderungen des gemeinschaftlichen Arbeitens auseinandersetzen. Zudem galt es, nicht nur den Bewässerungsautomaten selbst zu bauen, sondern ebenso eine schriftliche Dokumentation aller Arbeitsschritte vorzulegen. Und auch wenn es sich bei ihrer Anlage erst Mal um einen Prototypen im kleinen Format handelt, können sie sich eine Weiterentwicklung auf größeren Flächen vorstellen.