2021 voll auf Erfolgskurs: Die drei Grazien Zara und Parma (Online: Beste Semi-Langhaar-Katze) sowie Cuxi (Online: Bestes Kitten Buenos Aires)   Foto: Härtel

OTTERNDORF jt ∙ „Gestartet sind wir 2012 mit fünf ganz normalen Kätzchen, die in einem Altpapiercontainer aus Sievern unfreiwillig in die Cuxhavener Deponie reisten. Freunde vom Tierschutzverein fragten bei uns nach, ob wir fünf Katzenbabys für sie großziehen könnten. Wir haben ‚Ja‘ gesagt und da war es geschehen“, erinnern sich Elvira Schult und Silvio Härtel. Heute sind die beiden angesehene Hobbyzüchter norwegischer Waldkatzen. Unser Stammverein ist die „Deutsche Edelkatze“ mit der 1. Vorsitzenden Anneliese Hackmann, Präsidentin der World Cat Federation (WCF).

„Das ist unser King“, sagt Elvira Schult stolz. ‚King vom Lengender Seilbahnberg‘ ist eine waschechte norwegische Waldkatze. King wird dieses Jahr zehn Jahre alt. In Varberg/Schweden wurde er 2014 zum ‚Großen Europa-Champion‘ gekürt. 2015 wurde er ‚World Champion‘.

Der bald siebenjährige ‚Ottis Darwin‘, ein waschechter Otterndorfer Jung, war bisher unser größter Erfolg. Das Krallentier ist der Sohn von World Champion ‚Tui Jakobusland‘. ‚Ottis Darwin‘ hat so viele Titel, dass man sie sich gar nicht merken kann. Darunter ‚World Champion & WCF Triple-Master und Golden Olympic Master‘. Und ‚Der beste Kater der Welt 2016‘. Mit ihm waren wir in Belgien, Frankreich, Spanien Festland und Balearen, Schweden, Österreich, Serbien, Rumänien, Litauen, Ungarn und Griechenland. Und überall hat er gute Preise gemacht und war immer auf der Bühne. Er ist eine richtige Rampensau“, lacht Elvira. „Es war ein absoluter Rausch“, erinnert sich die Otterndorferin. Immer mit dabei, seine Schwester „Grace“, eine Tochter von „Tui Jakobusland“. Die siebenjährige Norwegische Waldkatze ist unter anderem „World Champion WCF Double & Silver Master“. „In den letzten zwei Jahren haben wir an Online-Ausstellungen teilgenommen.“

Um ein echter Champion zu werden, müssen bestimmte Standards mehr als erfüllt sein: allem voran die Fellqualität, der Kopf, die Nase, die dem Standard der norwegischen Waldkatze entsprechen müssen. Das Profil sollte gerade sein, genauso wie das Kinn. Und die Hinterbeine müssen immer höher sein als die Vorderbeine. Als Springerkatze kann sie aus dem Stand bis zu zwei Meter hoch springen. Die Pfoten sollten die typischen „Schneeschuhe“ aufweisen: Fell zwischen den Zehen, damit sie nicht einfrieren, wenn der Winter Einzug hält. Die Pinsel auf den Ohren sind bei Norwegern Pflicht, weswegen man sie auch der kleine Luchs nennt.

Der Schwanz muss eine bestimmte Länge vorweisen und wird ebenfalls benotet. Wenn man ihn dreht, sollte er bis zu den Schulterblättern reichen. Er ist so buschig, damit die Waldkatze die Balance beim Springen halten kann, wird erzählt. Denn die Waldkatzen springen von Baum zu Baum. Sie kommen auch nicht runter wie eine normale Katze, sondern starten immer mit dem Kopf voran. Wie die Eichhörnchen, die einen ähnlichen Puschelschwanz als Steuerruder haben.

Die ursprüngliche Heimat der norwegischen Waldkatze ist Skandinavien. Dort haben sie sich an die rauen Lebensbedingungen gewöhnt. Heiße Sommertage und klirrende Kälte im Winter – da ist ein Wechselpelz angesagt. Im Winter umhüllt sie kuschelig warmes, relativ langes Fell mit viel Unterwolle und Wasser abweisendem Deckhaar; das luftigere Sommerdress sorgt für angenehme Kühlung. Die norwegische Waldkatze ist dadurch, dass sie mit vielen anderen Lebewesen den Wald teilt, sehr kommunikativ und verständig. Und so ist auch ihr Wesen: Liebenswert, menschenbezogen, anhänglich und ein bisschen verrückt.

„Wir züchten die alten Linien“, sagt Elvira Schult. „Weil wir diese uralte Naturkatze so lieben und diese wertvolle Rasse mit dem ‚ganz speziellen Waldkatzendreh‘ ganz einfach erhalten wollen.“ Otterndorf hat sich mittlerweile mit vielen mehrfach prämierten und reinrassigen Tieren der stolzen Hobbyzüchter in der Katzenwelt einen großen Namen gemacht. „Bei uns in der Hindenburg­straße haben die Katzen ein wahres Paradies mit vier Außengehegen mit Kletterbäumen (davon ein Apfelbaum) und jeder Menge Streicheleinheiten. Für die Norweger ist das das A und O“, meint Elvira Schult liebevoll.