Erika Fischer und Dr. Woesthoff von der Ringelnatz-Stiftung (2.u.3.v.l.) nach der Verleihung mit der erstmaligen M-Auszeichnung durch Minister Falko Mohrs (r.), Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor (2.v.r.), und Prof. Dr. Rolf Wiese (l.), Vorsitzender des MVNB Fotos: Pucknat
CUXHAVEN/OTTERNDORF re ∙ Vierzehn Museen aus Niedersachsen und ein Haus aus Bremen sind am Montag in der Kreissparkasse Diepholz in Syke mit dem Museumsgütesiegel ausgezeichnet worden. Dazu zählen auch das Ringelnatz-Museum in Cuxhaven und das Museum gegenstandsfreier Kunst (MgK) in Otterndorf. Die Verleihung bildete den feierlichen Auftakt der Jahrestagung des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen e. V. (MVNB). Die ausgezeichneten Häuser stehen für die große Vielfalt der Museumslandschaft in beiden Bundesländern und zeigen, wie engagiert Museen ihren gesellschaftlichen Auftrag wahrnehmen.
Erstmals erfolgreich dabei war das Joachim-Ringelnatz-Museum, „das mit hohem ehrenamtlichem Engagement das Leben und Werk des Ausnahmekünstlers Joachim Ringelnatz erschließt. Verdient erhält das Museum das Gütesiegel 2026 bis 2032“, heißt es von Seiten des Museumsverbands. Als Rezertifizierer hat sich das Museum gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf unter neuer Leitung von Wilko Austermann erneut erfolgreich um das Gütesiegel beworben. „Mit der einmaligen Sammlung eröffnet es emotionale und intellektuelle Zugänge zur Kunst des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus. Es ist verdient bis 2032 zertifiziert.“
Das Museumsgütesiegel basiert auf den bundesweit anerkannten „Standards für Museen“ und zeichnet Einrichtungen aus, die ihre Qualität langfristig sichern und weiterentwickeln. Die Museen durchlaufen ein strukturiertes Verfahren aus Selbstevaluation, Konzeptarbeit und Qualitätsverbesserung. Die Auszeichnung gilt für sieben Jahre und unterstützt die Häuser dabei, ihre Angebote, Vermittlungsformate und organisatorischen Strukturen nachhaltig zu stärken. Seit Einführung der Zertifizierung 2006 konnte das Museumsgütesiegel bereits an über 200 Museen vergeben werden.
„Museen sind Orte, an denen wir miteinander ins Gespräch kommen, an denen Geschichte lebendig wird und an denen wir uns als Gesellschaft immer wieder neu verorten. Die ausgezeichneten Häuser zeigen mit großem Engagement, wie verantwortungsvoll und kreativ sie diesen Auftrag erfüllen. Das Museumsgütesiegel macht diese Leistung sichtbar und stärkt die Museen in ihrer Rolle für unsere demokratische Kultur“, sagte Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur.
Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, hob die Entwicklungsschritte der Museen hervor: „Alle heute ausgezeichneten Museen haben in den vergangenen Jahren intensiv an ihren Strukturen, Angeboten und Vermittlungsformaten gearbeitet. Das Gütesiegel würdigt diese kontinuierliche Arbeit und zeigt, wie vielfältig und zukunftsorientiert die Museumslandschaft in Niedersachsen und Bremen aufgestellt ist. Bereits seit 20 Jahren verleihen wir das Museumsgütesiegel zur Stärkung der Museen – das ist doch ein weiterer Grund zu feiern!“
Prof. Dr. Rolf Wiese, Vorsitzender des MVNB, hob die Bedeutung der Museen in gesellschaftlichen Transformationsprozessen hervor. „Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder demokratische Bildung stellen die Häuser vor große Aufgaben – und gerade deshalb ist es wichtig, dass Museen verlässliche Orte des Austauschs und der Orientierung bleiben. Das Gütesiegel unterstützt sie dabei, Qualität sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.“
Die ausgezeichneten Museen des Jahrgangs 2026 bis 2032
Kulturstiftung Schloss Agathenburg, Tuchmacher Museum Bramsche, Overbeck-Museum, Bremen, Deutsches Sielhafenmuseum, Carolinensiel, Joachim-Ringelnatz-Museum, Cuxhaven, Museum Friedland, Roemer und Pelizaeus Museum, Hildesheim, Museum Altes Land, Jork, Deutsches Panzermuseum Munster, Museum Moorseer Mühle, Nordenham, Stadtmuseum Nordhorn, Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf, Fehn- und Schifffahrtsmuseum Westrhauderfehn, Rhauderfehn, Kreismuseum Syke und Haus im Schluh, Worpswede.