Leben und forschen von November dieses Jahres bis Januar 2028 in der Antarktis: (v.l.) Koch Christoph Hartwig, Elektroingenieur Alexander Britz, Meteorologin Margarita Liadova, Geophysiker Luca Giere, Luftchemiker Uwe Käfer, IT-Ingenieur Anselm Nicklas, Geophysiker Benjamin Banaskiewicz, Stationsärztin Wiebke Guder, Leiterin der Station sowie Betriebsingenieurin Alicia Baasch Foto: Hilken
BREMERHAVEN re ∙ „In unserer Ausstellung reisen Menschen täglich für ein paar Minuten in die Antarktis – das Team des AWI unternimmt diese Reise wirklich und bleibt jeweils für 14 Monate. Wir freuen uns sehr, dass auch die diesjährigen Überwinterer der Tradition folgen und vor ihrem Aufbruch bei uns vorbeischauen“, sagt Dr. Susanne Nawrath, Bereichsleiterin Ausstellungs- und Programmentwicklung im Klimahaus Bremerhaven.
Bereits 46 Überwinterungsteams hat das AWI zu seinen Forschungsstationen an der antarktischen Atka-Bucht entsandt. Das diesjährige Team besteht aus neun Personen, darunter vier Wissenschaftlern. Einer von ihnen ist der Geophysiker Benjamin Banaskiewicz, der bereits 2005 in der Arktis forschte und nun erneut ins Eis aufbricht. Er bringt die Motivation des neu zusammengestellten Teams auf den Punkt: „Die Neumayer-Station III am Laufen zu halten und dafür zu sorgen, dass die langjährigen Messreihen ohne Unterbrechung weitergeführt werden, ist für uns alle eine große Ehre.“ Meteorologin Margarita Liadova reizt zudem die poetische Seite ihres ungewöhnlichen Arbeitsplatzes: „Ich freue mich darauf, in der Polarnacht die Sterne zu beobachten.“
Auf ganz eigene Musenküsse hofft Koch Christoph Hartwig: Er wurde 2018 mit einem italienischen Literaturpreis ausgezeichnet und möchte auch in der Antarktis weiterschreiben. Inspiration könnte ihm neben dem Sternenhimmel auch das Klavierspiel von IT-Ingenieur Anselm Nicklas liefern. Der spielt sonst gern Kirchenorgel – in der Antarktis muss für die Freizeit ein E-Piano genügen.
Klimahaus und AWI verbindet mehr als der gemeinsame Standort Bremerhaven: Die Ausstellung des Klimahauses entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut. Auch bei Sonderausstellungen greift die Wissens- und Erlebniswelt gern auf Erkenntnisse des AWI zurück – etwa 2025 mit dem „Polar Sounds Portal“, an dem Besucher den Klängen des Ozeans lauschen konnten, oder 2024 mit der „Müllvitrine“, die auf die zunehmende Vermüllung der Arktis aufmerksam machte.