Landrat Thorsten Krüger, Wirtschaftsförderin Katja Link und „Powerhouse Nord“-Geschäftsführer Olaf Reichert (v.l.) stellten die Allianz „Powerhouse Nord“ vor Foto: tw
LANDKREIS tw ∙ „Lösungen statt Konflikte – wir bündeln die Kräfte in der Region zwischen Ems und Elbe.“ Mit dieser Losung möchte der Verein „Powerhouse Nord“ Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenbringen. „Wir verstärken, fördern und lassen neue Kooperationen entstehen und bauen das Netzwerk der Netzwerke der Region“, so der Anspruch des Vereins.
Die Region Ems-Elbe im Norden Niedersachsens habe beste Voraussetzungen, was die Energiewende angeht. „Wenn es hier nicht funktioniert, dann klappt es in ganz Deutschland nicht“, sagt Olaf Reichert, Leiter der Geschäftsführung von „Powerhouse Nord“ in Oldenburg und fügte hinzu: „Hier spielt die Musik.“ Ob Wilhelmshaven, Landkreis und Stadt Cuxhaven, Stade, Emden, Leer, Stade, Bremervörde, Cloppenburg oder Lingen – alle könnten herausragende Leuchtturmprojekte vorweisen, würden aber nur isoliert gesehen, die Region als kleinteilig wahrgenommen. Vor allem aus dem Süden Deutschlands werde zwar gesehen, dass es hier Energie gebe. Aber als Leistungsträger könne die Region davon nicht profitieren.
Denn die Politik spiele sich im urbanen Raum ab, wo der ländliche Raum vor allem als idealer Standort für Ausgleichsflächen gesehen werde. „Das bringt uns aber keine Wertschöpfung“, so Landrat Thorsten Krüger.
Deshalb wurde auf Initiative unter anderem von Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender, Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer und Christoph von Speßhardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Stade, eine Regionalallianz ins Leben gerufen, um den Ems-Elbe-Raum und seine Akteure aktiv durch Kommunikations- und Marketingmaßnahmen im Wettbewerb mit anderen Regionen in Deutschland zu stärken und seine Schlüsselrolle für das Gelingen der Energiewende bundesweit und international bekannt zu machen.
Die Allianz mit mittlerweile mehr als 50 Unterstützern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kommune, Verbänden, Kultur und Finanzsektor ist seit Juli unter dem Namen „Powerhouse Nord“ als Verein beim Registergericht Oldenburg eingetragen.
Die Förderung der nordniedersächsischen Region inklusive Bremen und Bremerhaven, weg vom Leuchtturmdenken, um die Wirtschaftskraft der Ems-Elbe-Region in Berlin und Brüssel in die Waagschale zu werfen, steht dabei im Mittelpunkt.
Auch der Landkreis Cuxhaven ist Mitglied im Netzwerk, denn „gemeinsam haben wir eine größere Wirkung“, so Krüger am Freitag letzter Woche bei einem Pressegespräch zusammen mit Katja Link, Leiterin der Agentur für Wirtschaftsförderung des Landkreises Cuxhaven, und Olaf Reichert am Powerhouse-Stand in Langen. Vor allem im Bereich Windkraft und Wasserstoff gebe es ein großes Potenzial in der Region. Um dies auch nach außen sichtbar zu machen, gelte es ganzheitlich über Gebietsgrenzen hinaus zu denken.
Ziel ist es, nicht nur nach außen in Berlin und Brüssel sichtbar zu werden, sondern auch in der Region selbst Sichtbarkeit zu erlangen. Der Startschuss fiel am Freitagvormittag in Langen mit einer Road- show, die am Nachmittag auch in Cuxhaven Station machte und sich innerhalb von drei Wochen an insgesamt 18 Orten vorstellt und für die Ems-Elbe-Region wirbt.
„Wir wollen deutlich machen, dass der ländliche Raum ein wichtiger Standort ist“, betonte Krüger und machte das an Zahlen deutlich. 60 Prozent der Menschen in Deutschland und rund die Hälfte der Wirtschaftsunternehmen finden sich im ländlichen Raum, der zudem 90 Prozent der Fläche Deutschland ausmacht. „In Summe sind wir stärker“, betonte er und fügte hinzu: „Wir müssen aufhören partiell zu denken, um die anstehenden Herausforderungen anzugehen“, betonte er.
Katja Link wies auch auf die operative Arbeitsebene von „Powerhouse Nord“ mit den fünf Arbeitsgemeinschaften „Energie-Infrastruktur“, „Neuansiedlung“, „Wissenstransfer“, „Fachkräftesicherung“ und „Kommunale Kooperation“ hin. Bei letzterem hat der Landkreis Cuxhaven den Vorsitz.
Zwei Großveranstaltungen sind bereits geplant: Am 30. Oktober findet in Wilhelmshaven ein Kongress in der Jade-Hochschule statt und im Februar nächsten Jahres wird „Powerhouse Nord“ die Ems-Elbe-Region in der Niedersächsischen Ländervertretung in Berlin präsentieren.
www.powerhouse-nord.de