Haben Kunst gekonnt in Zeit und Raum gesetzt: Museums-Direktor Wilko Austermann, Conrad, Birte Bosse, Cornelia Baltes, Simon Halfmeyer und Anna Leonhardt (v.l.)   Foto: sh

OTTERNDORF sh ∙ Historie und Kunst am Startort, Gegenwart und Kunst am heutigen Standort. Das Museum für gegenstandsfreie Kunst feierte sein Jubiläum zum 50. Geburtstag standesgemäß an seinen zwei wichtigsten Orten. Und erinnerte an einen dritten, an dem alles begann: Studio A, dem legendären Sammlungspunkt, aus dem die heutige Sammlung hervorging. Der Künstler Dr. Herbert Augat hatte Studio A 1962 in seinem Privathaus eröffnete. Nach mehreren Umzügen befindet es sich seit 2007 in der Marktstraße 10. Zu diesem Zeitpunkt erhielt es auch den Namen Museum gegenstandsfreier Kunst.

Kunst braucht Raum

Seit einem halben Jahrhundert ist das Museum gegenstandsfreier Kunst Otterndorf ein lebendiges Zeugnis für die künstlerische Avantgarde der gegenstandsfreien Kunst. Was einst als Experiment begann, hat sich zu einem Eckpfeiler der regionalen Kulturszene entwickelt. Grund genug für den neuen Museumdirektor Wilko Austermann die Geschichte Revue passieren zu lassen und die Sammlung – in Teilen – neu zu präsentieren. Dazu wählte er das Atelier in der Otterndorfer Stadtscheune sowie das heutige Museum selbst. Mit der außergewöhnlichen Idee, Teile der Museumssammlung durch Gast-Künstler mittels deren eigener Kunst zu präsentieren, beziehungsweise zu interpretieren.

Künstler meets Kunst

So lud er die auch international tätigen Künstler Cornelia Baltes, Birte Bosse, Conrad, Simon Halfmeyer, Anna Leonhardt, Irina Ojovan und Emil Walde ein, sich ein oder mehrere Objekte oder Bilder aus dem Fundus des Museums auszusuchen, und diese mit ihren eigenen Werken in Verbindung zu setzen. Dies ist in jeder Hinsicht gelungen, wie bei der Vernissage deutlich wurde. Bei der Begrüßung der Gäste wiesen sowohl die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Viehoff als auch der Erste Kreisrat Friedhelm Ottens nicht nur auf die Bedeutung des Museums hin, sondern auch auf die gelungene Ausstellung selbst.
Die Ausstellung ist bis 13. Oktober dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 15 bis 18 Uhr sowohl im Museum als auch im Atelier in der Stadtscheune zu erkunden. Der Eintritt ist frei. Ein kleiner Tipp: Nehmen Sie sich Zeit.