Aufstellen zum offiziellen Foto: Uwe Santjer (m.) umrahmt von Bürgermeister Marc Gerdes, Ministerpräsident Olaf Lies, Innenministerin Daniela Behrens und dem Landtagsabgeordneten und Unterbezirksvorsitzenden Oliver Lottke (v.l.). Im Hintergrund die SPD-Mitglieder mit den Slogans für den anstehenden Wahlkampf Foto: tw

CUXHAVEN re ∙ Das Erstaunen, aber auch die Freude, war Oberbürgermeister Uwe Santjer anzusehen, denn mit dem Ergebnis hatte selbst er nicht gerechnet. Mit 100 Prozent der Stimmen wurde er am Samstag erneut zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 13. September gewählt. Erstaunt, mit dem Wissen im Hintergrund, das man es auch in den eigenen Reihen nicht jedem Recht machen kann, erfreut, dass er trotz allem alle der 65 stimmberechtigten Mitglieder hinter sich vereinen konnte.

Santjer hatte am Samstag im Haus der Kurverwaltung wohlbekannte Fürsprecher an seiner Seite, denn neben Bürgermeister Marc Gerdes hoben auch Ministerpräsident Olaf Lies und Innenministerin Daniela Behrens ein Loblied auf Santjer an.

Der Wahlspruch „Uwe Santjer und Cuxhaven gewinnt“ sei bei der Wahl 2019 das Versprechen gewesen, dass sich etwas bewegt, wenn alle anpacken. „Heute zeigt sich, dass dieses Versprechen kein leerer Satz war“, sagte Mark Gerdes. Und macht das auch an den Menschen fest, die wieder nach Cuxhaven zurückkommen, „weil sie hier eine Perspektive sehen, sehen, dass sich die Stadt bewegt und Cuxhaven als wichtiger Standort wahrgenommen wird“.

Das Besondere an Santjer sei dabei einfach, aber nicht selbstverständlich: „Er interessiert sich wirklich für die Menschen, er hört zu, interessiert sich für ihre Lebensgeschichten. Für ihn steht der Mensch im Mittelpunkt. Das prägt seine Politik.“ Und für Gerdes ein weiterer wichtiger Punkt: „Er ist bereit Verantwortung zu übernehmen.“ Er mache, was er wichtig für die Stadt Cuxhaven finde, auch wenn es das Risiko beinhalte, nicht wiedergewählt zu werden. Und er fügte hinzu: „Cuxhaven liegt vorn, aber wir sind noch nicht am Ziel. Wir müssen weitergehen, mit einem Oberbürgermeis­ter, der Verantwortung übernimmt, auch wenn es mal nicht leicht ist“, warb er für Santjer.

Auch Innenministerin Daniela Behrens hob die für sie positiven Werte Santjers hervor. „Du hast das Amt mit Herz und Verstand ausgefüllt und du bist immer charmant.“ Aber man sollte seinen Charme und seine Freundlichkeit nicht mit mangelnder Durchsetzungsfähigkeit verwechseln, betonte sie. „Er ist auch knallhart, wenn es um die Interessen Cuxhavens geht.“

Ministerpräsident Olaf Lies ging ebenfalls auf die verbindenden Eigenschaften von Uwe Santjer ein. Er sei nicht nur Kapitän und Steuermann. „Er ist auch Matrose. Er ist da, wo die Mannschaft ist, er steht nicht oben und gibt Befehle. Er hört zu, er packt selber mit an. Das ist nicht selbstverständlich.“

Aber es reiche nicht aus, einen tollen Bürgermeis­ter zu haben, man brauche auch starke politische ehrenamtliche Kräfte, betonte er. „Das Herz der Demokratie schlägt hier auf der kommunalen Ebene, hier entscheidest du direkt was passiert. Demokratie funktioniere nur, weil es Bürger gibt, die sagen ich nutze die Chance selbst mitzuentscheiden“, sagte Lies und dankte allen, „die bereit sind diesen Weg zu gehen, auch wenn sie wissen, dass sie heute Entscheidungen treffen, für die sie morgen beim Bäcker auf Leute treffen, die diese Entscheidungen nicht gut finden. Sie sind das Rückgrat unserer Demokratie.“

Er machte aber auch deutlich, dass es bei dieser Wahl auch darum gehe, ein klares Signal zu setzen. „Wir wenden uns gegen all diejenigen, die aus Hass und Hetze, und aus der einzigen Philosophie, die sie haben, Menschen die ein bisschen anders sind, in eine Ecke stellen. Die dürfen in unserem Land keine Verantwortung haben. Lasst uns dafür sorgen, dass unsere Demokratie handlungsfähig bleibt.“ Dabei war er sich mit Daniela Behrens einig, die deutlich machte, dass es bei der Kommunalwahl auch darum gehe, gegen Rechtsextremisten zu kämpfen, und der AfD keine Chance zu geben. „Diese Partei ist verdächtig gegen unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zu verstoßen.“

Und so sehr sich Uwe Santjer über seine Wahl als Kandidat freute, steht auch für ihn viel wichtigeres im Vordergrund. „Die Septemberwahl ist eine so entscheidende Wahl, wie wir sie in der Geschichte noch nicht hatten. Es geht gar nicht in erster Linie darum, ob die SPD die größte Fraktion ist oder den Oberbürgermeister stellt, ob die Kollegen der CDU, der Grünen, FDP oder wer auch immer, das ist gar nicht die erste Frage. Die Wichtigste und entscheidendste Frage ist, dass wir unsere Demokratie stärken.“ Deshalb sei es für ihn auch eine sehr persönliche Sache anzutreten. „Es geht mit unter die Haut, ich kann das nicht aushalten, dass Menschen wieder so denken, wie wir das eigentlich nie wieder wollten“, und sprach damit vor allem Ausgrenzung von Menschen mit anderem Aussehen, anderer Staatsangehörigkeit, mit Behinderung an.

Er ging aber auch auf die für ihn wichtigen Punkte als Oberbürgermeister ein: „Alles, was wir tun, ist darauf ausgerichtet, Arbeitsplätze zu schaffen. Und in der Statistik sind wir jetzt so weit, dass wir sagen können, Cuxhaven hat noch nie so viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gehabt wie heute. Und wenn ich in acht Jahren wieder vor euch stehen sollte, will ich sagen, wir haben das noch mal getoppt. Und auch das Gehaltsniveau ist gestiegen. Das ist dass, was uns leiten muss. Es geht immer darum gute Arbeit zu schaffen, im Bereich der Erneuerbaren, im Bereich des Tourismus, im Mittelstand. Und wenn man gute Arbeit hat, sind die Menschen auch wieder mutig und gründen eine Familie. Und deshalb ist es auch wichtig, dass wir weiter in den Bereich der frühkindlichen Bildung und Schulbildung investieren. Dass das jetzt schon in Cuxhaven gelingt, liegt daran, dass wir gute Arbeitsplätze haben.“

Worte, die am Ende alle 65 Delegierten bewogen für Santjer als Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters zu stimmen.