Walter Kaufmann im Jahr 2020. Am 15. April 2021 ist er im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorben Foto: Privat

CUXHAVEN re ∙ Im Rahmen der Interkulturellen Woche findet am Donnerstag, 4. September, um 20 Uhr im Beisein der Regisseurin Karin Kaper eine Sondervorführung des Kinodokumentarfilms „Walter Kaufmann – welch ein Leben!“ im Bali-Kino-Center statt, sowie am Freitag, 5. September, zwei zusätzliche Schulvorführungen um 8.30 und 11 Uhr.

Der Eintritt für die Abendvorstellung beträgt fünf Euro, für die Schulvorführung drei Euro. Für Schulvorführungen wird um Anmeldung unter a.zotkin@kulturyard.de gebeten.

Der Film beleuchtet das Leben des jüdischen Schriftstellers Walter Kaufmann, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden, und der selbst durch den Kindertransport nach England gerettet wurde. Romanautor, Seemann, Korrespondent und politischer Aktivist: im Leben des in Berlin geborenen und am 15. April 2021 im Alter von 97 Jahren gestorbenen Walter Kaufmann spiegeln sich auf einzigartige Weise his­torisch bedeutende Ereignisse wider. Er war ein Mann, der die Welt begreifen, beschreiben, verändern wollte.

Nach langen Jahren des Exils in Australien entschied er sich bewusst 1956 für ein Leben in der DDR. Dank seines australischen Passes, den er zeit seines Lebens behielt, bereiste er als wahrer Kosmopolit die ganze Welt. Der Film folgt seinen wesentlichen Lebenslinien: den katastrophalen Folgen des Nationalsozialismus, der Bürgerrechtsbewegung in den USA, dem Prozess gegen Angela Davis, der Revolution in Kuba, den Atombombenabwürfen in Japan, der unendlichen Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes, dem Zusammenbruch der DDR. Alles Themen, die uns bis heute beschäftigen.

Im Film wird auf imponierende Weise deutlich wie Walter Kaufmann bis zu seinem letzten Atemzug gegen den erschreckenden Rechtsruck sowie zunehmenden Rassismus und Antisemitismus unserer Tage kämpfte.

Der Film verwebt eindrucksvoll autobiografische Berichte, historische Aufnahmen, private Briefe und literarische Texte zu einem bewegenden Zeitdokument. Er beleuchtet zentrale Themen wie Exil und Identität, Verfolgung und Überleben, politisches Engagement, persönliche Verantwortung sowie Versöhnung und stellt zugleich immer wieder die Frage, was Geschichte mit uns heute zu tun hat.