Die Ehrenamtlichen des bei der Diakonie Cuxland angesiedelten Projekts „wellcome – Praktische Hilfe nach der Geburt“ stehen jungen Eltern praktisch und alltagsnah mit Rat und Tat zu Seite Foto: tw
LANDKREIS tw ∙ Es ist eine aufregende Zeit, wenn das erste Kind da ist. Eine Zeit, die geprägt ist von großer Freude aber auch von Stress und Unsicherheiten, denn das Leben der Familie verändert sich nachhaltig. Doch auch wer diese Erfahrung bereits gemacht hat, steht nach der Geburt des zweiten oder dritten Kindes nicht weniger unter Stress, etwa durch Schlafmangel und weniger Zeit für Geschwisterkinder. Wie gut, wenn junge Eltern dann Unterstützung von Familie und Freunden erhalten. Doch was, wenn die Hilfe fehlt, weil Eltern und Verwandte weit weg wohnen. Hier setzt das „wellcome“-Projekt an, in dem Ehrenamtliche Familien im ersten Lebensjahr des Kindes unbürokratisch praktische, alltagsnahe Hilfe bieten, ganz so wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbarn tun.
2002 in Hamburg gegründet, ist das bereits mehrfach ausgezeichnete „wellcome“-Konzept an über 200 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten. Und inzwischen auch im Landkreis Cuxhaven, angesiedelt bei der Diakonie Cuxland. Am Donnerstag fand die feierliche Eröffnung des neuen Standorts im Beisein des niedersächsischen Gesundheitsministers und Schirmherrn von „wellcome“ Niedersachsen, Dr. Andreas Philippi, der Geschäftsführerin der „wellcome“ gGmbH, Ilsabe von Campenhausen, und der „wellcome“-Landeskoordinatorin Niedersachsen, Marit Kukat, statt.
„Wenn es stimmt, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen, dann braucht es euch“, sagte Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer in seinem Grußwort und betonte zugleich in Richtung von Superintendentin Kerstin Tiemann und Michaela Wachsmuth, Geschäftsführerin der Diakonie Cuxland, den Wert einer aktiven Kirche, „wie wir sie in Cuxhaven haben“. Ein großer Dank ging von seiner Seite an die Ehrenamtlichen: „Danke, dass sie diese große Verantwortung übernehmen.“ Der Landtagsabgeordnete Oliver Lottke ging in seinem Grußwort darauf ein, das „wellcome“ ein wichtiger Baustein auch im Rahmen der Prävention im Landkreis Cuxhaven sei.
Für Dr. Andreas Philippi war es eine Selbstverständlichkeit Schirmherr von „wellcome“ zu werden, „denn jedes Projekt, das jungen Familien wirklich hilft, ist mir hochwillkommen“. Könne man die Leistungen, die Familien tagtäglich erbrächten, doch gar nicht hoch genug schätzen. „Gute und familiennahe Betreuungsangebote für Kinder spielen eine Schlüsselrolle, nämlich dann, wenn wir den Menschen Mut machen wollen, ihre Kinderwünsche zu verwirklichen, wenn wir Kinderarmut reduzieren und frühkindliche Bildung sichern wollen“, machte er deutlich. Dabei würdigte er den großen Beitrag, den die ehrenamtlich Helfenden leisten. „Vorbehaltlos und mit Empathie schenken ‚wellcome‘-Ehrenamtliche Familien ihre Zeit, um sie vom Alltag mit dem Baby zu entlasten und ihnen durch die turbulenten Monate im ersten Lebensjahr des Babys zu helfen.“
Aus eigener Erfahrung als Vater von zwei Kindern wisse er, dass gerade die erste Zeit von Stress geprägt sein kann und Eltern an die Grenze der Belastbarkeit bringen könne. „Wir haben alle schon die Erfahrung gemacht, dass wir besser mit Stress umgehen können, wenn wir zwischendurch Abstand gewinnen und etwas Zeit für uns selbst haben.“ Und genau hier setzte das Projekt „wellcome“ an. „Die jungen Eltern bekommen eine Auszeit können sich entspannen und Kraft tanken, um dann ausgeglichener und fröhlicher mit dem Baby umzugehen.“ Das Schöne am Projekt sei, dass mit relativ wenig Aufwand viel erreicht werde, es sei gelebte Primärprävention in dem es ehrenamtlich entlaste, kompetent berate und passgenau vernetze. Und dass sei gerade am Anfang wichtig. Denn „je jünger ein Kind, desto stärker ist es von einer liebevollen Versorgung durch die Eltern abhängig“.
Deshalb versprach zum Abschluss Birgit Wellhausen Bereichsleiterin Soziale Arbeit beim Diakonischen Werk evangelischer Kirchen in Niedersachen: „Wir stehen in den wichtigsten Monaten nach der Geburt ihres Kindes an Ihrer Seite.“ Und sie betonte, dass die Grundlagen guter Bildung von Anfang an gelegt werden. „Wer hier spart, spart am falschen Ende.“ Deshalb dankte sie Michaela Wachsmuth und Teamkoordinatorin Carmen Ewen dafür, „wellcome“ auch im Landkreis Cuxhaven anzubieten. „Ihr Engagement bietet Eltern Halt und Kindern eine Chance.“
Weitere Informationen erhalten Familien sowie am Ehrenamt Interessierte bei der „wellcome“-Teamkoordinatorin Carmen Ewen von der Diakonie Cuxland telefonisch unter (04721) 56 04-13, per E-Mail an cuxhaven@wellcome-online.de sowie im Internet unter www.diakonie-cuxland.de/wellcome_praktische_Hilfe_nach_der_Geburt.