Die Goldammer ist gut an ihrem gelben Gefieder zu erkennen Foto: Büscher
ELBE-WESER re ∙ Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser zieht eine erste positive Zwischenbilanz zur diesjährigen „Stunde der Wintervögel“. In den Landkreisen Cuxhaven, Stade, Rotenburg (Wümme), Osterholz und Harburg wurden bereits jetzt rund 26 Prozent mehr Vögel gemeldet als im Vorjahr – und das, obwohl Beobachtungen vom Aktionswochenende noch bis einschließlich 19. Januar online nachgetragen werden können.
„Das große Engagement der Menschen in unserer Region zeigt, wie wichtig vielen der Schutz und die Beobachtung der heimischen Vogelwelt sind“, sagt Jana Jensen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser. „Schon jetzt übertreffen die bisherigen Meldungen die Zahlen des Vorjahres deutlich – wir rechnen daher noch mit einem weiteren Anstieg.“
Besonders auffällig ist in diesem Jahr eine Vogelart: die Goldammer. Ihre Sichtungen haben in der Elbe-Weser-Region und ganz Niedersachsen spürbar zugenommen. Auch wenn Goldammern grundsätzlich das ganze Jahr über bei uns vorkommen, sind die aktuell beobachteten Vögel nicht unbedingt dieselben wie im Sommer. Ein Teil der heimischen Goldammern zieht im Herbst nur kurze Strecken Richtung Süden. Gleichzeitig kommen im Winter Goldammern aus Nord- und Osteuropa nach Deutschland hinzu. Die Goldammer ist ein typischer Bewohner offener Landschaften mit Hecken und Feldrainen. Mit ihrem leuchtend gelben Gefieder fällt sie – vor allem die Männchen – auch im Winter gut auf. Auch nach der offiziellen Zählaktion lohnt es sich aufmerksam zu bleiben, um die Goldammer oder andere Wintergäste am winterlichen Futterhaus zu entdecken. Strukturreiche Gärten und naturnahe Futterangebote können dabei helfen, der Goldammer und vielen anderen Vogelarten durch den Winter zu helfen.
Neben der Goldammer konnten auch die vertrauten Wintervögel, Kohlmeise, Blaumeise und Amsel, deutlich häufiger an Gärten und Balkonen gezählt werden als im vergangenen Jahr.
Das winterliche Wetter am Aktionswochenende sorgte für nahezu ideale Bedingungen zur Vogelbeobachtung. Schnee und Frost erschweren es vielen Vögeln, in der freien Landschaft ausreichend Nahrung zu finden. Als Folge suchen sie gezielt Futterstellen auf und lassen sich dort besonders gut beobachten. „Gerade bei Kälte lohnt sich der Blick in den eigenen Garten oder auf den Balkon“, so Jensen.
Noch bis zum 19. Januar können Beobachtungen zur Stunde der Wintervögel eingetragen werden. Jede Meldung trägt dazu bei, wichtige Erkenntnisse über Bestandsentwicklungen und den Zustand der Vogelwelt zu gewinnen.
www.stundederwintervoegel.de