Auch der Regen konnte den Beteiligten nicht das Lächeln vom Gesicht zaubern und so weihten Bürgermeister Claus Johannßen, Europa- und Regionalministerin Wiebke Osigus, der Vertreter der EU-Kommission Janos Schmied und Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule im Beisein des SPD-Bundestagsabgeordneten Daniel Schneider (l.) und des CDU-Landtagsabgeordneten Claus Seebeck (r.) mit einem Schnitt durchs Band die neue Uferpromenade ein Fotos: tw
OTTERNDORF tw ∙ Sie war schon lange überfällig, doch fehlende finanzielle Mittel verzögerten immer wieder die Sanierung der Uferpromenade „Am Großen Specken“. „Zum Glück konnten wir das Projekt jetzt mit EU-Mitteln umsetzen“, freute sich Bürgermeister Claus Johannßen bei der Einweihung am Montag.
Und die Promenade erstrahlte trotz kräftiger Regenschauer im vollen Glanz. Die Gäste, neben Vertretern aus örtlicher Politik und Verwaltung auch die niedersächsische Europa- und Regionalministerin Wiebke Osigus sowie der Vertreter der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung (GD REGIO) der EU-Kommission, Janos Schmied, konnten sich gut vorstellen, wie man hier auf einer der Bänke eine Pause einlegen und den Blick auf die Medem genießen kann.
Rund 1,5 Millionen Euro kostete das Projekt, gefördert mit knapp 800.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen der „Perspektive Innenstadt“. Neben der Erneuerung der Ufermauer, „die in Klinkeroptik verkleidet wurde, um den Altstadtcharakter gerecht zu werden“, so Projektleiter Florian Heitsch, wurde der Uferbereich barrierefrei gestaltet und optisch aufgewertet „und damit die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht“, ist er sich mit Bauamtsleiterin Maike Schilling einig. Bei der Bepflanzung der Grünanlagen wurde zudem auf Insektenfreundliche und gut zu pflegende Blühstauden Wert gelegt.
Neben der neuen Uferpromenade selbst waren die Hauptprotagonisten des Tages jedoch 150 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Rahde und der Realschule Cuxhaven. Sie kamen im Rahmen der Aktion „Europa in meiner Schule“ nach Otterndorf. Eine Aktion, die das Ziel hat, Europa für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen und zu zeigen, „dass das, was in der großen Gemeinschaft verteilt wird, auch bei euch vor Ort ankommt“, so Osigus. „Die EU fängt nicht in Brüssel an, sondern bei euch vor der Haustür“, betonte auch Schmied, denn in vielen schönen Projekten stecke Geld der EU. So etwa auch in der Otterndorfer Spiel- und Spaß-Scheune.
Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor Frank Thielebeule sowie Utröper Jürgen Schwanemann brachten in kurzen Ansprachen den Jungen und Mädchen die Geschichte des Otterndorfer Hafens näher. Und sie erfuhren, wo der „Große Specken“ seinen Namen her hat. Nämlich vom „Spicken“, bei dem aus Reisig und Reet kleine Dämme gebaut wurden, mit denen die Schiffer trockenen Fußes zu ihren Kähnen kamen, wie Thielbeule erklärte. Im Anschluss ging es für die Kinder mit einem „Detektiv-Trail“ auf Entdeckungsreise durch Otterndorf.
„Für junge Menschen ist Europa einerseits selbstverständlich und gleichzeitig weit weg. Die Idee, anhand spannender Erlebnisse zu zeigen, welche positiven Veränderungen vor ihrer eigenen Haustür durch EU-Mittel erreicht wurden, finde ich daher sehr gelungen“, sagte Osigus. Während für die Kinder der Spaß im Mittelpunkt stehe, erhofft sie sich, dass durch das Erzählen des erlebten zu Hause, es auch in den Familien selbst zu einem Gespräch über Europa kommt. Das sei gerade im Hinblick auf die Europawahl am 9. Juni 2024 besonders wichtig.