Freuen sich, dass die Partnerschaft wieder mit Leben gefüllt wird: Schulleiterin Marlies Reincke sowie die Lehrerinnen Amy Howes und Lisa Bienge Foto: tw
OTTERNDORF tw ∙ Sie besteht schon seit gut 38 Jahren – die Partnerschaft zwischen den beiden Städten Otterndorf und Sheringham, in der Grafschaft Norfolk in England gelegen. Eine Partnerschaft, die viele Otterndorfer mit viel Leben gefüllt haben. Und die bei gegenseitigen Besuchen nicht nur die touristischen Highlights kennenlernten, sondern vor allem auch das normale alltägliche Leben sowie Sitten und Bräuche. Besuche bei denen viele Freundschaften entstanden sind.
In der Corona-Zeit ist diese Partnerschaft ein bisschen ins Erliegen gekommen. Doch jetzt soll sie wieder mit Leben gefüllt werden. Bereits im letzten Jahr wurden auf Initiative von Stuart Meakin, eine Persönlichkeit der ersten Stunde, die die Partnerschaft mitgestaltet hat, und der stellvertretenden Bürgermeisterin Madeleine Ashcroft „Signale gesendet, die Partnerschaft wieder auf die Beine zu stellen“, so der ehemalige Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte. Bereits im Sommer letzten Jahres war eine kleine Delegation mit ihm und Ralf Gütlein zu einem Besuch in Sheringham. „Das war eine wunderbare Woche, in der wir sehr wertschätzend aufgenommen wurden.“
Seitdem fand – ebenfalls im letzten Jahr Mitte Oktober – ein erster Begegnungsabend statt, um Mitstreiter für die Belebung der Partnerschaft zu finden. Und ein erster Gegenbesuch mit einer Delegation aus Sheringham fand Ende Mai zu den 625-Jahr-Feierlichkeiten statt, bei dem die Engländer mit ihrem im Stil von „Downton Abbey“ gestalteten Wagen die Blicke auf sich zogen.
Jetzt soll ein neues Partnerschaftskomitee gebildet werden, damit der Austausch fortgesetzt und gelebt werden kann. Zur weiteren Planung trifft sich die offene Gruppe am Mittwoch, 17. September, um 17 Uhr im Sitzungsraum Hadler Platz. „Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen“, so Julia Heuer vom Kulturbüro der Stadt Otterndorf. Neben einem Rückblick auf den Besuch der Sheringhamer mit Kahnfahrt beim Sietländer Kahnfest in Ihlienworth über den Besuch von Havariekommando und Seehafen in Cuxhaven bis zum Festumzug geht es vor allem um die Planung des Gegenbesuchs in Sheringham, der vom 2. bis 9. Juli 2026 geplant ist. Dabei erhalten die jungen Teilnehmer die Möglichkeit, das englische Schulleben kennenzulernen. Denn während bei uns dann bereits Sommerferien sind, ist das Schulleben dort noch im vollen Gange.
Wie wichtig es ist, gerade auch junge Menschen für die Partnerschaft zu gewinnen, wurde beim Abschlusstreffen mit Grillabend im Ruderclub Otterndorf deutlich. Ein Abend, bei dem Harald Zahrte berichten konnte, dass er schon positive Signale empfangen habe. „Ich habe schon von einigen gehört, die Lust hätten mitzuwirken“, sagte er. Und auch die Schulen zeigten großes Interesse.
So ist auch Amy Howes, Lehrerin an der Sheringham Highschool, überzeugt von den positiven Seiten der Partnerschaft. „Der kulturelle Austausch ist eine gute Sache.“ Und so freut sie sich mit Lisa Bienge, Lehrerin an der OBS Cadenberge, dass die Partnerschaft wiederbelebt wird. „Doch es ist wichtig, dass auch junge Leute mitmachen“, betonen beide. Bienge hat selbst als Schülerin der Realschule Otterndorf positive Erinnerungen an den Austausch, der vor allem durch Vera Dieckmann vorangetrieben wurde. „Ihr war es wichtig, dass Menschen unterschiedlicher Bildung und Hintergründe an solch einer Erfahrung teilnehmen können.“ Als Bienge jetzt hörte, dass es wieder losgehen soll, hat sie gleich gesagt, „da mach ich mit“.
Über Social-Media werde in Sheringham schon viel Werbung für Otterndorf gemacht, mit Fotos, die zeigen, dass das Nordseebad auch für junge Leute interessant sei, wie etwa der neuen Skateanlage, dem Aquapark oder der Surfschule, so Howes. Auch sie kennt Lehrer an ihrer Schule, die als Schüler selbst in Otterndorf waren, „die von positiven Erfahrungen berichten und erzählen, wie toll es war. Und so das Interesse der jungen Leute wecken“. Sie selbst war jetzt ganz begeistert vom Besuch des Schulzentrums Otterndorf, wo sie Dr. Marlies Reincke, Leiterin des Otterndorfer Gymnasiums, kennenlernte, die der Partnerschaft ebenfalls positiv gegenübersteht. Sie sieht als positives Beispiel den französischen Schüleraustausch. „Da klappt das auch sehr gut.“
Unterstützt wird das Wiederaufleben der Partnerschaft von der Stadt Otterndorf. „Das Partnerschaftskomitee und die Verwaltung zusammenarbeiten, hat sich bewährt“, so Zahrte. Ein Dank ging von ihm deshalb auch an Julia Heuer und die Stadt.
Bürgermeister Claus Johannßen zeigt sich erfreut über den Neustart: „Ich bin Harald Zahrte dankbar, dass er die Initiative ergriffen hat, und das ganze wiederbelebt wird.“ Dem kann sich sein englischer Counterpart Madeleine Ashcroft nur anschließen. „Ich hoffe, dass wir die Menschen ermutigen können, weiterzumachen“, sagt sie. Sie selbst war vom Besuch ganz begeistert. „Wir haben uns alle darüber gefreut, wie toll wir hier aufgenommen wurden. Alles war einfach wundervoll.“
Das kann Craig Humphreys nur bestätigen. Er ist seit zwei Jahren mit im Sheringhamer Partnerschaftskomitee. „Ich glaube an den kulturellen Austausch. Die Freundschaft zwischen anderen Ländern ist wichtig“, findet er. „Gerade vor dem Hintergrund des Brexits.“
Weitere Informationen bei Julia Heuer unter kultur@otterndorf de.