Im Gespräch ging Hardy Krüger jr. darauf ein, was ihn am „Naturesponse“-Konzept fasziniert und was ihn bewog, das NHC-Projekt zu unterstützen Foto: tw
CUXHAVEN tw ∙ Er bezeichnet sich selbst als Arbeitstier, als einen kreativen Geist, der nie zur Ruhe kommen möchte. Aus eigener Erfahrung weiß Schauspieler und Autor Hardy Krüger jr. deshalb, wie wichtig es ist, einmal innezuhalten, dann doch einmal zur Ruhe zu kommen und seine eigene Mitte zu finden. Deshalb war er auch gleich angetan als er von seinem Freund Jochen Bendel, Moderator und Hundetrainer, vom Projekt „Naturesponse“ der Nordseeheilbad Cuxhaven (NHC) erfuhr. Hierdurch entstand auch der Kontakt zur NHC und ihrem Team rund um Geschäftsführer und Kurdirektor Olaf Raffel.
„Ich bin für solche Sachen sehr empfänglich, weil ich ein Reisender bin, der nie ankommen will. Ich bin immer neugierig auf neue Ideen, neue Perspektiven, neue Synergien und Orte, die ich noch nicht so kenne“, erzählte Krüger jr. im Gespräch mit dem EWK. Schon beim ersten Treffen in Cuxhaven habe das Miteinander funktioniert. „Und dann sind wir ein paar Orte abgefahren, ich habe eine kleine Sightseeing-Tour bekommen, und da habe ich gemerkt, das Cuxhaven eine Ebene hat, die man so auf Anhieb nicht gleich findet und wahrnimmt, wenn man nur so kurz da ist, wie ich, der nach einer Lesung gleich am nächsten Tag wieder weg ist.“
Seit Anfang des Jahres gibt es den Achtsamkeits-Podcast „Nature Response“ der 36 Cuxhavener Kraftorte erlebbar macht. Orte, die durch ihre besondere Atmosphäre berühren. Begleitend ist jetzt das gleichnamige Mitmachbuch erschienen, zu dem Hardy Krüger jr. das Vorwort geschrieben hat.
Hinter dem „Naturesponse“ Konzept steht Sabine Schulz, die mit ihrer Natur-Resonanz-Methode bereits seit Jahren Menschen und Landschaften verbindet.
„Jeder Kraftort ist ein Ruhepol – ein Erlebnis aus Natur, Entspannung und Inspiration“, beschreibt sie ihre Arbeit. „Mit unseren Bewegungs-, Atmungs- und Gedankenimpulsen können Menschen bewusst Kontakt zur Natur aufnehmen und sich selbst als Teil dieser wunderbaren Landschaft spüren.“ Speziell für Cuxhaven hat Schulz die verschiedenen Übungen mit Sternzeichen kombiniert.
Vorgestellt wurde das Mitmachbuch im Rahmen einer Podcastaufnahme mit Sabine Schulz, Hardy Krüger jr. und Olaf Raffel – die passenderweise in der „Holydog Academy“ von Jochen Bendel stattfand – und demnächst veröffentlich wird.
Die 36 Kraftorte verteilen sich über Cuxhavens vielfältige Naturräume: vom UNESCO-Weltkulturerbe Wattenmeer über Salzwiesen und Küstenheiden bis hin zum Wernerwald. „Cuxhaven hat so viele Landschaften und Orte zu bieten“, betont Olaf Raffel, Initiator des Projekts. „Wir wollen unsere Gäste und auch die Einwohnenden einladen, die bekannten Pfade zu verlassen und die Hidden Champions in unserem Nordseeheilbad zu entdecken. Die Baumgruppe im Kurpark, an der wir sonst immer vorbeilaufen, kann uns einen Moment des Innehaltens geben, indem wir sie bewusst erleben, riechen, spüren, hören.“ Ein Konzept, dass dann auch Hardy Krüger jr. überzeugte, dabei zu sein.
„Sabine hat eine Kombination geschaffen, die faszinierend ist“, findet er. „Denn ich muss nichts tun, ich muss mich nur darauf einlassen. Egal wie, ob ich daran glaube, oder nicht, ob ich mich mit Sternzeichen auskenne oder nicht, egal, aber ich komme raus und habe etwas erlebt, was wirklich mit mir zu tun hat, was ich selbst empfinde, nichts, was mir von außen suggeriert wurde. Die Natur reflektiert dich einfach so wie du bist. Und gibt dir diese ruhige Resonanz, diese ruhigen Schwingungen, diesen ruhigen, tiefen Ton, der dich dann wieder auf den Weg zu dir selbst bringt und diese hohe Frequenz ausschaltet. Und das ist genau das, was wir brauchen. Und dann müssen wir in kein Fitnessstudio gehen. Wir müssen uns nur einlassen und das kann jeder, und dass ist die Idee daran, die mich fasziniert hat.“
Gerade vor dem Hintergrund unserer heutigen Leistungsgesellschaft, mit ihrer Schnelllebigkeit findet Krüger jr. es wichtig, Orte zu finden, an denen man zur Ruhe kommen kann, die nichts von einem verlangen. Denn selbst dann, wenn wir glaubten uns etwas Gutes zu tun, bedeute das oft Stress. „Wir glauben immer, dass wenn wir uns gesund ernähren, wenn wir viel Sport treiben, dann leben wir länger. Das ist Quatsch. Das ist die Gesellschaft, die dir vermittelt, du musst dich nur gesund ernähren, du darfst keinen Alkohol trinken, du musst viel Sport treiben, das fünfte Mal die Woche deinen Körper auf Hochtouren bringen, das ist alles Stress, das ist alles Cortisol das produziert wird. Und das verkürzt die Lebenszeit.“
Deshalb brauche es diese Orte, an denen man einfach mal Luft holen kann. „Die Natur ist die Frequenz, die ich brauche, damit ich wieder ruhig werde. Ich vergleiche das immer mit einer Bettdecke, die ich über meinen Kopf ziehe. Ich bin geschützt, es ist warm, ich höre mich selbst.“
Wie die Cuxhavener Kraftorte. Das multimediale Konzept macht die Kraftorte auf verschiedene Weise erlebbar: Im Podcast „Da ist mehr, als du denkst – mit Naturesponse Cuxhavens Kraftorte entdecken“ führen Sabine Schulz und NHC-Marketingleiter Jannik Busse in 36 Episoden zu diesen Plätzen, erzählen von deren Geschichte und Eigenheiten und leiten die Zuhörer durch gezielte Übungen. zu den einzelnen Orten. Zudem ermöglicht die interaktive Webseite www.cuxhaven-naturesponse.de die Navigation nach Sternzeichen, und das Mitmach-Buch – erhältlich für 14,90 Euro in den Tourist-Informationen und online unter www.cuxhaven-shop.de – bietet Platz für eigene Reflexionen und Erfahrungen.
„In der hektischen, sehr digitalen Welt sind es diese Augenblicke, die uns erden und uns ganz bei uns selbst ankommen lassen“, unterstreicht auch Raffel die Aktualität des Konzepts. „Das Schöne ist, dass jeder daraus machen kann, was er mag: die eine liebt die spirituelle Verbindung mit der Natur, der andere nutzt die Kraftorte als Ziele für Wanderungen abseits der bekannten Wege und die nächste sucht Achtsamkeit und innere Balance in unberührter Natur. ‚Naturesponse‘ ist wirklich für alle da!“
Doch wann erkannte Hardy Krüger jr. eigentlich selbst, wie wichtig diese kleinen Ruhephasen im Leben sind? „Ich selbst war so ein Arbeitstier“, sagt er. Und das so extrem, dass seine Ex-Schwiegermutter irgendwann mal gesagt hat, „du musst doch irgendwann mal umfallen. Warum fliegst du nicht mal auf eine Insel, da ist es einfach ruhig“. Seine Reaktion: „Bist du wahnsinnig, wenn ich auf der Insel stehe und kann das andere Ende der Insel schon mal sehen, da drehe ich durch, da schwimm ich ans Festland nach zwei Tagen.“ Doch dann habe sie so lange auf ihn eingeredet, dass er irgendwann gefahren ist. „Ich weiß nicht was passiert ist, aber ich hab geschlafen, bin aufgestanden, frühstücken gegangen, hab mich wieder hingelegt, bin schwimmen gewesen, hab geschnorchelt, ein bisschen geschrieben, gelesen wieder ein bisschen geschlafen, und dann schaute ich auf die Uhr und da war es 17 Uhr. Und denke: Wo ist die Zeit geblieben?“, erinnert er sich. „Und auf einmal kam ich in den Genuss, dass ich auch anders kann. Und wenn man das einmal erfahren hat – das ist genau das, was hier passieren wird. Dann weiß man, dass man es kann. Und dann hat man auch keine Angst davor, sondern man merkt, dass man es wieder braucht, dann sehnt man sich danach zu sagen: Moment, bevor ich dieses oder jenes tue, will ich erst mal wieder dahin. Erst mal wieder runterfahren, und dann kann ich wieder Gas geben.“