Von Berührungsängsten keine Spur. Dass sich im Apartheid-Staat Südafrika Schwarz und Weiß schon vor dem Ende der Rassentrennung verstanden, zeigt diese Straßenszene aus dem Jahr 1976. Doch inzwischen nehmen die Spannungen wieder zu Foto: Schmitt
CUXHAVEN re ∙ Kriege und Krisen bestimmen zunehmend auch unseren Alltag. Die Auswirkungen sind überall spürbar und es wird deutlich, dass auch scheinbar weit entfernte Konflikte immer stärker unser eigenes Leben bestimmen. Der letzte in Deutschland geführte Krieg endete am 8. Mai 1945 mit der totalen Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands, das den 2. Weltkrieg knapp sechs Jahre zuvor mit dem Überfall auf Polen ausgelöst hatte.
„Nun erleben wir, dass Weltpolitik offenbar wieder das Recht des Stärkeren rücksichtslos in den Vordergrund stellt. Wir sehen uns gezwungen, zur Verteidigung der eigenen Werte und demokratischen Form des Zusammenlebens aufzurüsten und militärische Stärke zu beweisen“, heißt es von Seiten das Bündnisses für Demokratie des Programms „Demokratie leben!“ in der Stadt Cuxhaven.
„Dabei hinterlassen Kriege letztlich nur Elend und Leid und werden auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen. Einen Krieg vom Zaun zu brechen ist einfach – den Weg zum Frieden zu finden unendlich schwer. Es setzt den Willen zur Aussöhnung voraus und braucht viel Vertrauen.“
Hieran will das Bündnis mit der Fotoausstellung „Krieg – Frieden – Versöhnung“ des mehrfach prämiierten ehemaligen Fotojournalisten Harald Schmitt erinnern.
Gezeigt wird die Ausstellung vom 8. bis 30. Mai in der Bürgerhalle des Rathauses, Rathausplatz 1, während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung.
Harald Schmitt, geboren 1948 in Mayen in der Eifel, lebt in Hamburg und war bis 2012 festangestellter Fotoreporter des Magazins „Stern“. In mehr als 50 Berufsjahren bereiste er über 140 Länder und war dabei immer wieder mit dem Thema Krieg und Frieden konfrontiert und zunehmend rückte dabei auch die Frage der Aussöhnung in den Mittelpunkt. Das deutsch-französische Verhältnis war hierfür beispielgebend. Harald Schmitt wurde sechsmal mit dem „World Press Photo Award“ in Amsterdam ausgezeichnet.
Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt im Beisein von Harald Schmitt am Freitag, 8. Mai, um 16 Uhr in der Bürgerhalle des Rathauses durch Oberbürgermeister Uwe Santjer. Den Fachvortrag wird Markus Meckel, 1990 Mitglied der einzigen frei gewählten Volkskammer und in dieser Zeit Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR.
Damit nahm er neben Hans-Dietrich Genscher an den Zwei-plus-Vier Gesprächen mit den Siegermächten des 2. Weltkrieges teil. Diese Gespräche ebneten den Weg zur Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990. Der Theologe und Politiker war zudem von 1990 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Scheidegger Friedenspreis 2012. Er hat das Vorwort zum Buch „Krieg Frieden Versöhnung“ von Harald Schmitt, Grundlage der Ausstellung, verfasst.
Die Ausstellung wird von der Stadt Cuxhaven in enger Kooperation mit der Regionalen Arbeitsgruppe des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ realisiert und durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Auf lokaler Ebene wird das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ von der Stadt Cuxhaven als federführendem Amt sowie vom „Kulturyard“ als externer Koordinierungs- und Fachstelle umgesetzt.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.