Kapitän zur See Broder Nielsen, Kommandeur Marineflieger, (m.) im Gespräch mit Teilnehmern von verschiedenen Polizeidirektionen in Niedersachsen Foto: Guttermann
NORDHOLZ re ∙ Auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz herrschte in diesen Tagen reger Betrieb – und das nicht nur wegen der viel beachteten Ankunft der neuen P-8 Poseidon. Zusätzlich begrüßte der Stützpunkt Gäste aus ganz Niedersachsen: Das Landeskommando Niedersachsen führte gemeinsam mit Partnern aus Polizei, zivilen Behörden und Betreibern kritischer Infrastrukturen eine mehrtägige Ausbildungs- und Informationsveranstaltung durch.
Gleich zu Beginn wurden die Teilnehmenden von hochrangigen Vertretern empfangen: Oberst Frank Wachter, der neue Kommandeur des Landeskommandos Niedersachsen, Kapitän zur See Broder Nielsen, Kommandeur Marineflieger, sowie Fregattenkapitän Stefan Giesbers, Kasernenkommandant des Marinefliegerstützpunkts Nordholz, richteten persönliche Worte an die Anwesenden.
In ihren Begrüßungen betonten sie unisono die besondere Bedeutung der zivil-militärischen Zusammenarbeit und die gewachsene Tradition dieser Veranstaltung. Für Oberst Wachter war es zugleich ein sichtbares Zeichen, wie wichtig ihm der direkte Austausch mit den Partnerorganisationen ist. Mit seiner Teilnahme unterstrich er den Stellenwert, den diese mittlerweile zum vierten Mal in Folge durchgeführte Veranstaltung innerhalb des Landeskommandos einnimmt.
Kapitän zur See Broder Nielsen hob die Rolle Nordholz’ als verlässlicher Gastgeber hervor, während Fregattenkapitän Stefan Giesbärs die Bedeutung des Standortes für die Region und die langjährige Verbundenheit mit zivilen Behörden unterstrich. Der Stützpunkt sei nicht nur militärischer Arbeitsort, sondern auch ein Ort des Austauschs, der Vernetzung und der praktischen Zusammenarbeit.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen erneut Themen, die für die Sicherheit der gesamten Region von wachsender Bedeutung sind: die Bedrohung kritischer Infrastruktur, der Schutz von Energie- und Stromnetzen sowie die zunehmende Gefahr durch zivile Drohnen. Fachvorträge, praktische Demonstrationen und intensive Diskussionsrunden verdeutlichten, wie vielschichtig moderne Sicherheitsvorsorge geworden ist und wie eng die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Militär und Betreibern kritischer Infrastrukturen verzahnt sein muss.
Besonders die Betrachtung der Drohnenbedrohung stieß auf großes Interesse. In einer praktischen Vorführung wurde sichtbar, wie schnell handelsübliche Drohnen in sensible Bereiche eindringen können. Ein Polizeiexperte machte deutlich, dass Gefahren heute häufig unerwartet und in sehr kurzer Zeit entstehen – und dass ein frühzeitiges, abgestimmtes Lagebild entscheidend sei. Gerade ein Standort wie Nordholz, an dem Flugbetrieb und sensible Infrastruktur zusammentreffen, zeige eindrucksvoll, welche Herausforderungen moderne Technik mit sich bringe.
Neben technischen Aspekten rückte auch die Versorgungssicherheit der Bevölkerung in den Fokus. Vertreter von Energieunternehmen und medizinischen Einrichtungen schilderten, wie schnell Versorgungsketten unter Druck geraten können und wie wichtig klare Prioritäten, sichere Kommunikationswege und abgestimmte Krisenpläne sind. Dabei wurde erneut deutlich, dass die Robustheit ganzer Systeme nicht allein von Technik abhängt, sondern vom Zusammenwirken der Menschen, die Verantwortung tragen.
Für das Landeskommando Niedersachsen bot Nordholz den idealen Rahmen, um mit Partnerorganisationen ins Gespräch zu kommen und realistische Szenarien zu beleuchten. Die Gastgeber um Kapitän zur See Broder Nielsen und Fregattenkapitän Stefan Giesbers stellten die Infrastruktur des Stützpunkts, Räumlichkeiten und logistische Unterstützung bereit und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Viele Teilnehmende betonten zum Abschluss, wie wertvoll der persönliche Austausch, das gemeinsame Lernen und die Vernetzung sind. Die Veranstaltung habe erneut gezeigt, dass Sicherheit und Krisenvorsorge nur gemeinsam gelingen können – und dass Nordholz, mit seiner besonderen militärischen und regionalen Rolle, dafür ein idealer Ort sei.