Ute Kaehler (l.) und Brigitte Langenhagen, die vor über 40 Jahren die Idee zur Gründung des Vereins „Bürger für das Schloss Ritzebüttel e.V.“ hatten Foto: tw

CUXHAVEN tw ∙ „Das ist der schönste Ort in Cuxhaven, ein Ort der Begegnung“, schwärmte Oberbürgermeister Uwe Santjer am Samstag vom Schloss Ritzebüttel, an dessen Ende der Sanierungsarbeiten vor 30 Jahren bei einem Festakt erinnert wurde. „Als Stadt sind wir sehr dankbar, was sie geleistet haben“, sagte er über die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des Vereins „Bürger für das Schloss Ritzebüttel“, die mit Herz und Seele dafür gekämpft hätten, das Schloss als Bürgerschloss zu erhalten. „Dass könnten wir als Verwaltung alleine nicht schaffen.“

Als 1981 das Land Niedersachsen das Schloss Ritzebüttel an die Stadt Cuxhaven übergab, wurde schnell gemunkelt, dass es das Repräsentationsspielzeug für Ratsherren werden solle. Doch die Einwohner wollten ein Schloss für alle Bürger. Als dann am 6. Mai 1983 die Landeszuwendungen für eine Restaurierung abgelehnt wurden, war dies sozusagen die Geburtsstunde des Vereins „Bürger für das Schloss Ritzebüttel“.

Die Idee dazu hatten Ute Kaehler und Brigitte Langenhagen, die eine Mitglied, die andere Vorsitzende im Kulturausschuss der Stadt Cuxhaven. Gemeinsam machten sie sich auf in den Kampf, brauchte es doch viel Beharrlichkeit und Überzeugungskraft um ihre Idee Wirklichkeit werden zu lassen. „Es war super, wie die Bevölkerung mitgemacht hat“, erinnerte sich Kaehler. Und sie ist im Rückblick auch begeistert davon, wie schnell sich der Rat nach den Anfangsschwierigkeiten dem Ziel Bürgerschloss anschloss.

Melanie Eitzen-Fischer ebenso wie Uwe Santjer dankten den beiden und ihren Mitstreitern für ihren damaligen Einsatz, dem es zu verdanken sei, dass das Schloss Ritzebüttel heute ein Bürgerschloss ist. Die Art wie das Schloss für Bürger zugänglich gemacht worden sei, „ist vorbildlich und zeigt, wie mit historischen Gebäuden umgegangen werden kann“, so Santjer.
Und auch im Stadtrat gebe es, wenn es um das Schloss gehe, politisch keinen Dissens, würdigte er die parteiübergreifende Zusammenarbeit. Für Santjer auch ein Modell für eine politische Streitkultur. „Die Bevölkerung möchte politische Auseinandersetzungen und Entscheidung keine Schlammschlachten.“

Im August 1996 wurde das Schloss Ritzebüttel nach zehnjähriger Sanierungszeit der Öffentlichkeit übergeben. Seitdem hat es sich zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Cuxhaven entwickelt. Ein Ort, an dem viele Veranstaltungen, aber auch Trauungen stattfinden. „Ein Ort, an dem wir immer wieder in Begegnung kommen. Ein Ort, der die Stadt einzigartig macht“, so Santjer.

Dabei wird der Bürgerverein auch immer wieder seinem Zweck gerecht, „durch kulturelle Veranstaltungen und Spenden dazu beizutragen, die Stadt Cuxhaven als Eigentümerin des Schlosses bei der Erhaltung zu unterstützen“, so Eitzen-Fischer. Ob Konzerte, Frühstück im Schlossgarten oder die Brockes-Brotzeit, die Erlöse aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen fließen in vollem Umfang in die Schlosskasse. Geld, durch das auch die Sanierung des Gärtnerhauses, die Errichtung eines Außenfahrstuhls und weitere Projekte vom Verein finanziell vorangetrieben werden konnten.

Die 1. Vorsitzende erinnerte aber auch an das Ziel, das Schloss mit seinen Nebengebäuden als zusammengehöriges Ensemble zu erhalten. Als Auftrag für die Zukunft müsse deshalb die Sanierung des direkt neben dem Schloss gelegenen Marstalls angegangen werden, der dringend eine Grundsanierung brauche.