Das Glück wurde auch für 2026 von Schornsteinfeger Marco Diercks in Form von Glücksbringern verteilt – auch an Oberbürgermeister Uwe Santjer und Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens Foto: Stadt Cuxhaven
CUXHAVEN re ∙ Mit einem eindrucksvollen Zeichen des Zusammenhalts ist die Stadt Cuxhaven ins Jahr 2026 gestartet: Rund 1.200 Gäste folgten am Sonntag der Einladung zum Neujahrsempfang in der Kugelbake-Halle – so viele wie nie zuvor. Und das trotz eisiger Witterungsbedingungen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Vereinen, Verbänden, zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt machten den Empfang zu einem lebendigen Treffpunkt der Stadtgesellschaft.
Bereits vor dem offiziellen Programm lud eine Erlebnis- und Mitmachmeile zum Entdecken ein. Schulen und Bildungseinrichtungen präsentierten dort mit großem Engagement ihre Projekte und zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig, kreativ und zukunftsorientiert Bildung in Cuxhaven gelebt wird.
Mittelpunkt des Vormittags war die Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Uwe Santjer, der die Gäste mit seiner Rede auf die Herausforderungen und Chancen des Jahres 2026 einstimmte. Er sprach offen über Verunsicherung in der Gesellschaft, über Sorgen um Arbeit, Familie und Zukunft – und stellte dem eine klare Botschaft entgegen: „Wir können uns von Unsicherheiten erdrücken lassen – oder ihnen gemeinsam entgegentreten“, betonte er. Cuxhaven sei eine „Stadt der Unbeugsamen“, die ihren eigenen Weg gehe – mit Vertrauen, Dialog und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Sein Appell: „Bleiben Sie nicht am Spielfeldrand – kommen Sie mit auf das Spielfeld.“
In seinem Rückblick machte der Oberbürgermeister deutlich, wie viel Cuxhaven in den vergangenen Jahren erreicht hat: der Ausbau der Liegeplätze im Hafen, Investitionen von über 300 Millionen Euro, neue Unternehmensansiedlungen im Offshore-Bereich, der Erwerb großer Gewerbeflächen, der Wohnungsbau mit bezahlbaren Mieten sowie steigende Beschäftigtenzahlen. Allein im letzten Jahr kehrten über 1.200 ehemalige Cuxhavenerinnen und Cuxhavener in ihre Heimatstadt zurück.
Ein wichtiges und sensibles Zukunftsthema sprach Santjer mit der Entwicklung der ehemaligen Kaserne in Altenwalde an. Vor dem Hintergrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa habe es intensive Gespräche mit dem Bundesministerium der Verteidigung gegeben. Altenwalde gehöre zu dem engeren Kreis der Standorte, die perspektivisch wieder militärisch genutzt werden sollen. Die bisherigen Planungen sehen vor, die ehemalige Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne als Ausbildungsstandort der Bundeswehr zu reaktivieren, verbunden mit einem möglichen Zuzug von über 2.000 Soldatinnen, Soldaten und zivilen Beschäftigten ab den kommenden Jahren.
Der Oberbürgermeister machte deutlich, dass Rat und Verwaltung diesen Weg geschlossen mittragen. Eine einstimmig verabschiedete Resolution des Rates zur Unterstützung des Bundes unterstreiche diese Haltung. Zugleich betonte Santjer, dass es dabei nicht um Kriegstreiberei gehe, sondern um Verantwortung, Vorsorge und den Schutz von Frieden und Demokratie – auch und gerade für kommende Generationen.
Mit Blick nach vorn skizzierte Santjer weitere zentrale Vorhaben: zusätzliche Investitionen in Wohnraum, Kitas, Schulen, Infrastruktur, Sicherheit und Ehrenamt. Trotz eines weiterhin angespannten Haushalts werde Cuxhaven gezielt in Zukunftsthemen investieren, um Lebensqualität und Zusammenhalt zu sichern.
Besonders hob der Oberbürgermeister die Bedeutung des Ehrenamts, der städtischen Mitarbeitenden sowie der starken kommunalen Familie hervor: „Cuxhaven funktioniert, weil viele Menschen täglich Verantwortung übernehmen – haupt- und ehrenamtlich.“
Zum Abschluss richtete Santjer eine eindringliche Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger, sich einzubringen, den Dialog zu suchen, Verantwortung zu übernehmen und für ihre Stadt zu werben. Seine Botschaft fasste den Vormittag zusammen: „Cuxhaven ist Dein Heimathafen. Cuxhaven braucht jetzt Dich.“