Das Stück lebt vom intensiven Zusammenspiel der drei Schwestern Judith (Andrea Hinke), Eva (Ingrid Ortmann) und Christin (Sarah Osterloh) Foto: Döser Speeldeel

CUXHAVEN re ∙ Wenn Andrea Hinke als Judith leicht panisch ins Telefon ruft: „Nee, du bruukst nich kommen!“ Um dann im nächsten Augenblick entnervt auf die Uhr zu schauen: „Wo blievt se denn allwedder?“, ahnt der Zuschauer: Die Schwestern Judith, Eva und Christin treffen sich in dem Stück „Achtertüksche Süstern“ nicht aus reiner Geschwis­terliebe. Schon der Anlass ist ernst: Nach dem plötzlichen Tod des Vaters soll das Erbe aufgeteilt werden. Dazu kommt, dass die drei Schwestern ebenso wie ihre Motivation für dieses Treffen grundverschieden sind.

Im zweiten Theaterstück der Saison der „Döser Speeldeel“ kann Judith die hanebüchenen Projekte ihres Mannes nicht mehr finanzieren und hofft als älteste Schwester auf einen Großteil des Erbes. Dies gilt auch für Eva, die als Lebefrau mehrfach geschieden ist und drei Kinder hat. Christin, das Nesthäkchen, hatte als Einzige bis zum Schluss mit dem Vater Kontakt. Ihre Erzählungen zeigen ein ganz anderes Bild von dem Mann, den die älteren Schwestern nur als knauserigen, ignoranten Despoten kannten.

Regisseur Philip Lüsebrink entwirft zusammen mit den drei Darstellerinnen eine spannende Charakterstudie auf der Bühne des Stadttheaters: „Jede der drei Frauen hat ihre eigene Geschichte, ganz eigene Brüche und Wendungen im Leben, die sich nun im scheinbar altbekannten Zusammenspiel mit den Schwestern, nach und nach zeigen.“

Es entfaltet sich im Stück „Achtertüksche Süs­tern“ von Peter Buchholz (übersetzt von Kerstin Stölting) ein spannendes Spiel um Lebenswahrheiten, unterdrückte Gefühlswelten und gemeinsame Erinnerungen. Werden die drei Schwestern es schaffen, für die Verwaltung des Nachlasses ihres Vaters an einem Strang zu ziehen? Schaffen sie es subjektive Wahrheiten und objektive Tatsachen unter einen Hut zu bringen und gemeinsam in die Zukunft zu schauen? Dies wird sich ab Donnerstag, 15. Januar, um 20 Uhr, auf der Bühne des Stadttheaters Cuxhaven zeigen.

Weitere Termine unter www.doeser-speeldeel.de. Karten gibt es dienstags und freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr, in der Geschäftsstelle Hinter der Kirche 2 in Cuxhaven sowie telefonisch unter (04721) 590 17 17, per E-Mail an info@döser-speeldeel.de oder an der Abendkasse, geöffnet eine Stunde vor Stückbeginn.