Mit Feuer und Flamme waren die Jungen und Mädchen dabei, die Hand, die aus der Decke zu kommen scheint, zu finden und zeigten am Ende stolz ihre Entdeckung   Fotos: tw

CUXHAVEN tw ∙ Aufgeregt stürmten die Mädchen und Jungen am Dienstag die Treppe im Schloss Ritzebüttel hoch, sahen sich in Brockes Räumen um, dem Barock Saal und der Amtsmannwohnung – dabei den Blick auch immer zur Decke gerichtet. Waren sie doch auf der Suche nach der Hand, die aus der Decke zu kommen scheint. Auf die Suche geschickt hatte sie Marianne Haring von der „buchbar-Leseagentur“.
Anlass war der „Welttag des Buchs“. Mit ihren Klassenlehrern Palmira Rodrigues und Christian Kamps waren die Schüler der Klassen 5a und 5b der Oberschule Cuxhaven-Mitte ins Schloss gekommen, um etwas über den historischen Bau zu erfahren. Denn hier konnten sie Anregungen finden für das aktuelle Projekt der Schreib-Arbeitsgruppe (AG).

Die Idee zum Projekt der Schreib AG entstand durch die von Gemeinwesenarbeiter Jason Frost ins Leben gerufene Aktion „Tante Emma liest“ im gleichnamigen Begegnungszentrum in der Deichstraße. Am bundesweiten Vorlesetag am 17. November letzten Jahres kamen über Marianne Harings Kontakt mit Kirsten Bührig von der Oberschule Cuxhaven-Mitte die beiden Klassen bei „Tante Emma“ vorbei. Auf die Frage, ob sie gerne lesen, war der Enthusiasmus bei den Jungen und Mädchen nicht besonders groß. Als Marianne Haring dann jedoch anfing aus dem Buch „Grimmwald“ von Nadia Shireen vorzulesen, hörten sie gespannt der Geschichte um die Fuchsgeschwis­ter Ted und Nancy, die es in den Grimmwald verschlägt, zu und wollten statt der geplanten zwei unbedingt noch ein drittes Kapitel hören. Ihr Interesse war geweckt. Ein Interesse aus dem sich zwei AGs entwickelten. Denn bei einem Teil der Schüler entstand die Idee in einer Schreib AG selbst ein Buch mit Geschichten zu schreiben. Angelehnt an „Grimmwald“ mit dem Titel „Grimms Hafen“. Bloß mit umgekehrten Vorzeichen. Ihre Figuren verschlägt es vom Wald in den Hafen.

Um Ideen zu sammeln, stand jetzt der Ausflug ins Schloss Ritzebüttel an. „Es ist total schön, dass die Schüler hier alles selbst entdecken können,“ so Jason Frost, „und ihre eigene Phantasie ausleben können“. „Weg von der Klasse können sie kreativ sein, können die Gedanken frei fließen lassen“, erklärte Christian Kamps die Vorteile eines solchen Besuchs. „Und es ist toll für sie, die Stadt auf diese Weise zu entdecken.“
Ende Mai findet auch noch eine Projektwoche bei „Tante Emma“ statt, in der das Grundkonzept, Ideen und Geschichten zusammengestellt werden sollen. Hier kommt dann auch die Theater AG ins Spiel, denn die Geschichten sollen ihren Weg auch auf die Bühne finden.
Zum Abschluss versprach Marianne Haring, dass es noch vor den Sommerferien ein weiteres Vorleseevent gibt – dann mit Teil 2 der Abenteuer im Grimmwald.