Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule       Foto: jt

LAND HADELN jt ∙ Nachdem am 18. Oktober Harald Zahrte offiziell verabschiedet wurde, ist der parteilose Frank Thielebeule der neue Samtgemeindebürgermeis­ter Land Hadelns. Die CDU, FDP und SPD in Land Hadeln standen allesamt hinter dem 51-jährigen. Als erster Samtgemeinderat und stellvertretender Stadtdirektor Otterdorf wusste er, was auf ihn zukam und hat sich mit viel Engagement zur Wahl gestellt. Der geborene Bremerhavener wuchs in der ehemaligen Samtgemeinde Land Wursten, jetzt Wurs­ter Nordseeküste auf. Die Wohnorte seiner Kindheit und Jugend waren Wremen und Mulsum.

Der Tagesablauf des Samtgemeindebürgermeisters deckt sich mit dem vieler anderen Menschen und Familien. Nach einem langen Tag, der um 5.15 Uhr („viel zu früh“) beginnt, geht er die erste schnelle Runde mit dem Hund und besorgt Brötchen für das Frühstück, dann wird der Rest der Familie geweckt und nach dem gemeinsamen Frühstück geht es ins Büro. „Sofern keine Abendtermine anstehen, liegen halt die üblichen Tätigkeiten für Haus, Garten und Familie an, vielleicht passt am frühen Abend auch noch eine Runde Joggen ins Tagesprogramm oder ich freue mich auf einen gemeinsamen Ausklang des Tages mit meiner Frau und den Kindern.“

In die Verwaltung ist der heutige Samtgemeindebürgermeister als 19-Jähriger im Rahmen seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beim Landkreis Cuxhaven gekommen. Im Laufe der Zeit sind immer neue Verantwortungsbereiche hinzugekommen und so konnte Frank Thielebeule verschiedene Positionen wahrnehmen, auf denen er zunehmend vieles mitgestalten und eigene Ideen einbringen konnte. 1997 zog er nach Otterndorf und hat seitdem sehr bewusst die Entwicklung der Medemstadt und der Samtgemeinde Land Hadeln wahrgenommen.

„Natürlich habe ich mir zu den Entwicklungen eine eigene Meinung gebildet, einiges auch kritisch gesehen, aber auch weitere Potenziale ausgemacht.“ Als dann in 2019 die Stelle des Ersten Samtgemeinderates bei der Samtgemeinde Land Hadeln ausgeschrieben wurde, war es für mich selbstverständlich, dass ich mich bewerben werde, um die Samtgemeinde, in der ich wohne, auch bestmöglich mitgestalten zu können“, berichtet Frank Thielebeule.

Eine große Herausforderung bestehe für ihn darin, auch zukünftig einen ausgeglichenen Haushalt für die Samtgemeinde aufzustellen, um für die weiteren Entwicklungen die finanziellen Grundlagen schaffen zu können, betont er. „Wir alle wissen noch nicht, wie stark sich die Coronapandemie langfristig auf die Wirtschaft und auch auf die öffentlichen Haushalte auswirken wird.“ Gleichwohl müsse das Ziel sein, mit einem soliden Haushalt auch zukünftig unter anderem in Infrastruktur, Schulen, Kindergärten oder Feuerwehren investieren zu können.

Was sich in den letzten Jahren in der Kommunalpolitik verändert habe, könne er so genau gar nicht beantworten, da er erst seit ca. zwei Jahren bei der Samtgemeinde Land Hadeln beschäftigt sei, sagt er. „Sicherlich kann ich Ihnen aber in zwei weiteren Jahren die Frage beantworten, wie meine persönliche Wahrnehmung dann ist.“
Auf die Frage, was die Samtgemeinde – in drei Worte gefasst – liebenswert mache, muss er gar nicht lange nachdenken: „Vielfältig, natürlich, anziehend“ sei sie.

Vielfältig, natürlich, anziehend

Die Samtgemeinde sei nach den zwei erfolgten Fusionen insgesamt sehr gut aufgestellt, fasst er zusammen. Die gute finanzielle Ausgangslage führe dazu, dass Investitionen in Bildung und Betreuung getätigt werden können. „Der Bereich der Kindertagesstätten wurde in den vergangenen Jahren enorm ausgebaut, nicht nur die zuletzt zwei neuen Kindertagesstätten in Otterndorf und Cadenberge bieten Platz für bis zu 160 zusätzlichen Kindern und sichern so die Erfüllung des Rechtsanspruches. Auch die Betreuungszeiten wurden in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch weiter zu verbessern.“

Zu den weiteren geplanten Infrastrukturmaßnahmen zähle auch der Umbau der Grundschule in Otterndorf, führt er weiter aus. Durch die fortlaufende Modernisierung auch der übrigen Schulstandorte werde die Voraussetzung für eine gute Bildung geschaffen. Auch in viele andere Projekte und in Infrastruktur wurde investiert, um die Samtgemeinde lebens- und liebenswert zu gestalten. Dennoch müsse man auch anerkennen, dass nicht alles zeitgleich umgesetzt werden könne und auch die finanziellen Mittel begrenzt seien, gibt er zu bedenken. Bestimmt werde bei dem zukünftigen Handeln auch ein verstärktes Augenmerk auf Klima und Umweltverträglichkeit gelegt werden müssen.

Ein weiteres Ziel sei, dass zunächst der Umbau der Grundschule vorangehe und weiter begleitet werde. Zudem sei für die Verwirklichung des Ganztagsschulbetriebes an weiteren Schulstandorten zu prüfen, welche Umbaumaßnahmen dort gegebenenfalls noch erfolgen müssen. Im nächs­ten Jahr werde zudem die Sanierung des Hallen- und Freibades Wingst beginnen.

Handlungsbedarf sieht der Samtgemeindebürgermeis­ter im zügigen Ausbau des Glasfasernetzes. Denn die Anforderungen an eine schnelle und stabile Internetverbindung würden auch zukünftig noch wachsen. Die Coronapandemie mit dem plötzlichen Homeoffice und Homeschooling und das von mehreren Personen zeitgleich genutzte Internet in den Haushalten habe auch vor Augen geführt, wie wichtig der schnelle Ausbau des Glasfasernetzes sei. In der Samtgemeinde Land Hadeln gäbe es derzeit Gespräche über den Ausbau des Glasfasernetzes. Frank Thielebeule ist sehr zuversichtlich, dass die verschiedenen Anbieter in den nächsten Jahren für einen großen Anteil der Haushalte einen Anschluss anbieten können.

Die Samtgemeinde Land Hadeln sei schon unglaublich attraktiv und vielfältig, findet Frank Thielebeule und steht mit seiner Meinung damit sicherlich nicht allein. „Wir haben das Meer vor der Tür, einige wunderbare Seen, einen herrlichen Wald, eine Moorlandschaft, die ihresgleichen sucht, ein gut ausgebautes Fahrradnetz und viele Vermieter, die eine gute Belegung der Unterkünfte verzeichnen können.“ Um auszuloten, wohin sich der Tourismus in der Samtgemeinde zukünftig entwickeln könne und was dafür getan werden müsse, sei unbedingt auch der Austausch mit den im Tourismus tätigen Akteuren erforderlich, meint er. Dazu habe es bereits einen gemeinsamen Workshop gegeben und ein weiterer Austausch werde mit öffentlicher Beteiligung im November abgehalten.

Was die Feste und Feierlichkeiten in seiner Gemeinde angehe, fände er nicht, dass man eine bestimmte Festlichkeit besonders herausstellen solle. Jede Gemeinde sei unterschiedlich, habe Traditionen und ihre eigenen Festlichkeiten. „Für jede einzelne Gemeinde bedeuten die dortigen Feste immer ein Zusammenkommen der örtlichen Gemeinschaft und bilden die Lebendigkeit der Orte ab.“ Für Frank Thielebeule sind daher alle kleinen und großen Feste wichtig und erhaltenswert.

„Ich denke, dass ich keine politischen Wünsche äußern muss“, antwortet Frank Thielebeule auf die Frage, was er sich wünschen würde, wenn er einen politischen Wunsch für seine Samtgemeinde frei hätte. „Ich weiß, dass ich mit einem verantwortungsvollen und gut aufgestellten Rat zusammenarbeiten kann und alle gemeinsam das Ziel haben, für die Samtgemeinde und für die Mitgliedsgemeinden gute Rahmenbedingungen schaffen zu wollen“, ist er sich sicher.

Den kommenden Jahren blickt der Samtgemeindebürgermeister mit Zuversicht entgegen. Er sei ein absolut positiv denkender Mensch – insofern gehe er natürlich mit einem sehr guten Gefühl in die Zukunft. „Ich freue mich auf die zukünftigen Aufgaben und auf die Zusammenarbeit mit den vielen Mitwirkenden,“ betont er.
Bliebe noch die Frage nach seinem Lieblingsplatz. Frank Thielebeules Lieblingsplätze befinden sich eigentlich immer am Wasser. „Es geht nichts über einen langen Spaziergang mit meiner Frau Birgit und unserem Hund am Wasser. An einem lauen Sommerabend ist auch der Südsee in Otterndorf immer wieder eine gern angesteuerte Adresse.“

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